Urlaubsende

Nachtrag (23:13 uhr): Carola ist wieder zu Hause. Ihre Tasche mit meinem Weihnachtsgeschenk, meinem Strandhandtuch und fast allen ihren Klamotten, nicht. Die hat sie in San Francisco noch in der Hand gehabt um das Duty Free Parfüm noch einzupacken. Auweh, hoffentlich taucht die wieder auf. Sonst müssen die Mitarbeiter vom Flughafen SFO mal ganz schnell hier her fliegen, mir mein Bild wieder besorgen und selber die Muscheln suchen, und wehe die sind nicht so farbenfroh *droh* und mein Bild war glaub ich auch eher Unikat oder so. *sauer*

12.01.2007 Wellington – National Park

Wieder einmal Einpackhektik. Ich versuche schon gar nicht mehr in die Uni zu gehen. Meinen ersten Teil von der Diplomarbeit hab ich gestern schon an Thomas geschickt. Das Auto haben wir erst nochmal auf einen Parkplatz für den ganzen Tag gestellt. Weil wir müssen ja noch mal in die Stadt. Carola möchte zum Frisör und braucht noch einen Kalender für ihre Küche. Wieder einmal brauchen wir viel zu lange und es wird viel zu spät. Aber wir haben Glück und finden noch einen Frisör für Carola und bis zu ihren Termin shoppen wir noch die nötigen Sachen.
Die Frisörin ist etwas übereifrig und Carolas Haare sind jetzt sehr sehr kurz *g*

Dann legen wir los. Nicht ohne noch kurz beim Holden (so heißt Opel hier in NZ)  vorbei zu fahren und noch ein paar Brochüren mitzunehmen. Dann geht es mal wieder die 1 nach Norden. Das Wetter wird während der Fahrt immer schlechter, und beim Tongariro National Park ist es wieder bewölkt und es regnet.

Im Hostel gibt es erst mal ne Verwirrung mit meiner Reservierung, irgendwie ist das nicht ins Buch eingetragen, obwohl es bestätigt war. Dann fragen wir nach der Tongariro Crossing. Der Typ dort ist sehr seltsam, meint, ob es denn reicht, wenn die Sonne ein paar Stunden scheint und dass Regen doch wohl gar nicht so schlimm wäre. Wir hatten aber gesagt, dass wir diese Tageswanderung nur machen wollen wenn es wirklich schön ist. Wir wollen noch abwarten wie es morgen aussieht. Ist es nicht schön, gehen wir nicht und gucken uns statt dessen die Waitomo Caves an.
Den Abend verbringen wir im Spa Pool plätschernd. In der Hoffnung, dass mein Rücken dadurch etwas weniger weh tut.
Wir unterhalten uns noch mit unserer Zimmernachbarin, die ist gerade von einer 3 Tagestour zurück gekommen und meint dass das Wetter oben besser war. Wir zweifeln noch weiter, wie das jetzt ist mit der Crossing.

13.01.2007 National Park – Waitomo Caves. Another yourney in the dark.

In der Früh kriegen wir zu hören, dass es heute nicht ratsam ist die Crossing zu gehen. Es ist zu windig. Eigentlich froh, dass ns diese Entschidung abgenommen ist, fahren wir nach Waitomo. Im Hostel hatten sie gemeint, dass das ein guter Tagesausflug ist, und ob wir nicht do die zweite Nacht auch dort bleiben wollen. Nö, wir wollen ja eh weiter nach Norden, das wäre dann ja doof wenn wir wieder zurück fahren würden. Das ist eine sehr gute Wahl, wir sind fast zwei Stunden unterwegs bis wir in Waitomo sind. Dort fragen wir im Visitor Center nach Touren in die Höhlen, und es gibt eine ganze Auswahl. Die ganz ruhige Tour ist wie in Te Anau, man sitzt in einem kleinen Boot und darf die Glühwürmer sehen. Die anderen sind etwas wilder. Black Water Rafting heißt es, wenn man auf einen Reifen durch die Höhlen treibt. Abseilen und Caving mit richtig engen Durchgängen sind die andere Möglichkeit. Wir verzichten auf die Seniorentour, das haben wir ja schon gemacht. Abseilen muss auch nicht sein, und mit meiner leichten Claustrophobie möcht ich auch nicht unbedingt die reine Caving tour machen. Wir entscheiden uns also für eine gemäßigte Black Water Rafting tour.

Die startet auch schon bald. Nach Museumbesuch mit der erneuten Erklärung, dass die Glühwürmer keine Würner sondern Larven sind und kleinem Lunch geht es los. Wir sind eine Gruppe von 11. Zunächst werden wir mit supersexy Wetsuits ausgerüstet. Wir müssen uns auch noch Gummistiefel anziehen Helm aufsetzen und dann geht es los. Zunächst fahren wir über Farmland. Die Kühe hüpfen zur Seite. Dann müssen wir uns Gummiringe aussuchen. Den Rest bis zum Eingang der Höhle laufen wir. Dann geht es runter, erst noch im trockenen, durch einen Tropfsteihöhlenbereich. Zwischendrin müssen wir unsere Helmbeleuchtung ab und zu ausschalten um die Glühwürmer zu sehen.
Dann geht es in den Bach. Erst ist es untief doch irgenwann müssen wir die Ringe umlegen und das Wasser wird tiefer und läuft in die Gummistiefel. Wir müssen uns am Reifen des Vordermanns festhalten, Lichter gehen wieder aus. Ganz oben glühen die Würmer wie ein Sternenhimmel und es kommt zur ersten Herausforderung. Wir müssen einen Wasserfall hinunterspringen. Rückwärtz in unseren Reifen. und werden danach gleich fotografiert. – Horrorbilder die wir euch nicht antun. Dann müssen wir auf unseren Reifen sitzenbleiben, die Füsse auf den Vorderreifen legen und die die des Hintermannes festhalten. Die Lichter gehen wieder alle aus und wir werden durchs Wasser mit Blick auf Glühwürmer gezogen. Unser Guide fängt an zu singen und fordert uns auf auch was zu singen. Kaum einer traut sich. Der Klang in der Höhle ist wie in einer Kirche mit sehr viel Hall, die Decke ist sehr weit oben, was es für mich dann doch angenehm macht.
Dann kommt es zum nächsten Wasserfall. Hier wurde eine Rutsche drübergebaut und wir rutschen hinunter. Sehr lustig. Dann ist die Tour auch schon fast wieder zu Ende das letzte Stück laufen wir bis zum Ausgang.

Zurück bei der Basis können wir warm duschen (auch wenn das nicht wirklich sauber ist) und bekommen eine Tomatensuppe. Das tut gut. Es hat richtig Spaß gemacht 🙂
In aller Ruhe fahren wir zum nächsten Hostel, unterwegs holen wir noch eine Box Hokey Pokey Eis, weil Carola das noch nicht kennt. Glücklicherweise hat das Hostel ein Tiefkühlfach. Dann erstmal heiß Duschen um den Höhlendreck volltständig los zu werden. Den Abend verbringen wir mit  spielen und lesen.

14.01.2007 Waitomo Caves – Matamata –  Whitianga. Besuch bei den Hobbits

In der früh belausche ich ein schottisches Pärchen. Sie planen was sie den Tag über machen wollen und rufen ne menge Betriebe an, die Black Water Rafting in den Waitomo Caves anbieten. Zwischendrin meint er: “I want to see the Shire” ach ja? Ist das so nah? Ich gucke auf die Karte und ja: Matamata liegt fast auf dem Weg. Aber ich habe ja Carola dabei, ob die Hobbingen sehen will? An sich ist die heutige Strecke nicht so lang und wir haben sonst nix geplant. Im Auto erwähne ich dann, dass wir auch über Matamata fahren können und zeige Carola wie groß der Umweg wäre. Sie findet es keinen und meint, dass wir das schön machen können. Juhu, dann komm ich doch noch nach Hobbingen *freu* das hatte ich schon total von der Liste gestrichen. Dabei ist es, obwohl es die teuerste Location ist, auch die interessanteste, bei allen anderen hatte man dieses *einbild* “ach ja stimmt kann schon sein” hier stehen aber noch teile vom Set, und es hatte genug Screentime um hängen geblieben zu sein.

In Matamata angekommen kommt uns schon ein Schild entgegen: “Welcome in Hobbiton” und beim Visitorcenter ist auch ein rundes Tor vor dem Eingang. Im Visitor Center bekommen wir auch unsere Tickets für die Tour, die 20 min später startet. Wir fahren in “Gandalf” einem großen weissen Bus auf die Farm der Alexanders. Es ist die einzige Schaffarm in der Umgebung von Matamata. Also alle Schafe die wir auf der Strecke sehen gehören denen. Das Land ist wunderbar hüglig und grün. Das Grün hat aber auch seine Nachteile, es ist nämlich sehr sumpfig und manche Stellen können wir deswegen nicht betreten. Das wurde fürs Filmen dann immer leergepumpt.
Die Hobbithöhlen sind gemütlich klein, und haben (außer Beutelsend) keinen Innenraum. Wir kriegen Geschichten vom Set zu hören aber auch Geschichten von fanatischen Besuchern, wie zum Beispiel eine Frau die die oberste Stufe zu Beutelsend geküsst hat, weil Frodo (oder Elijah) da gestanden hatte. oder die von einem Kerl aus Deutschland der trotz der imposanten Körpergröße von 2.20 m in kompletten Bilbokostüm angekommen ist und es sich gleich einen ganzen Tag in Hobbingen gemütlich gemacht hat, bis ihn die Alexanders von der Farm vertrieben haben. Unser Guide ist froh, dass wir so eine “normale” Gruppe sind. Carola fühlt sich zwischen uns Freaks, die sich dann über einzelne Szenen und Unterschiede zwischen Buch und Film (das Fehlen von Saruman in Hobbingen im Film) unterhalten, eher unwohl. Aber sie ist froh, dass sie den Film dann doch gesehen hat.

Um zwei sind wir wieder auf der Strecke zur Coromandel Halbinsel. Es ist warm und sonnig und die Strecke zieht sich dann doch. Es ist auch ne enge Küstenstraße (geteert) und wir sind dann doch noch rechtzeitig da. Beim Einchecken steht plötzlich Heike, die wir in Te Anau kennengelernt haben, hinter uns. Dieses Hostel hat aber keine gemeinsame Küche, sondern mehrere kleine Häuser, die sich jeweils pro Stockwerk eine Küche teilen. Heike ist in einem anderen Haus als wir, und so sehen wir sie nur kurz.

Abends gehen wir am Strand spazieren. Sommer! Und weil Sommer ist, holen wir uns ein Eis, und was für eins. Statt den zwei Kugeln, die ich eigentlich erwartet habe, werden uns zwei von jeder Sorte auf die Waffel gepackt. Carola kriegt so auch noch ne Portion Goodie Goodie Gumdrops (Eis mit Gummibärchen drin)  Eis leckend laufen wir zurück zum Hostel.

15.01.2007 Hot Water Beach und Cathedral Cove

In der früh mal wieder früh raus. Diesmal wollen wir uns von den Gezeiten keinen Strich durch die Rechnung machen lassen. Ebbe ist um 10.38 uhr und man kann eine Stunde vorher anfangen zu graben. Wir rufen nochmal beim Kayak an, es ist noch nicht sicher, ob es geht, denn es gibt recht hohe Wellen, Aber es wird schon werden.

Wir leihen uns Spatel für den Strand. Das ist mal was, da ist man doch schon ne Weile den Kindesbeinen entflohen hat selber noch keine Kinder und man geht an den Strand zum Buddeln. Na gut. Dort angekommen sehen wir schon die ersten Buddler, wir gehen ums Eck, da sind noch mehr. Wir gehen zurück und fangen an zu graben. Das Wasser, das sich in unserem Loch ansammelt ist kalt, und eine Welle schwappt noch kaltes Meerwasser dazu. Wir versuchen unser Glück dann doch dort wo die ganzen anderen sind. Und auch unser neues Loch ist kalt. Doch etwa 3 m weiter ist es anscheinend recht warm. Wir können kurz hin, dort verbrennt man sich fast die Füße. Wir machen noch ein Loch näher an der heißen Quelle, und noch immer ist das Wasser kalt. Und dann buddeln wir zusammen mit ein paar Engländern und brechen letztendlich den Damm zwischen den größeren heißen Pool ab. Dann haben wir doch noch etwas Genuß von einer heißen Quelle. Gemütlich ist es nicht wirklich. Wir hatten gehofft, dass jedes Loch dann zum Treffer wird, aber diese heißen Quellen sind wohl eher spärlich gesät und man kann froh sein, wenn man sich dann zu den Leuten setzen kann, die Erfolg hatten. Aber das ist nicht schwer, nur voll.
Als immer mehr Wellen die sorgsam aufgerichteten Wälle zusammenfallen lassen, gehen wir wieder. Wir haben noch ne Weile Zeit bis wir beim Kayak sein müssen. Fahren also gemütlich nach Hahei und essen dort erstmal.

Um 13.45 uhr treffen wir uns mit unseren Guide am Strand. Wir können auch direkt dort zahlen, sogar mit CreditCard. Die Wellen die hier an den Strand rollen, sind zwar nicht ganz so hoch, wie am Hot Water Beach, aber noch immer nicht wirklich klein. Aber wir werden durchgezogen wird uns gesagt. Na gut. Mit uns paddeln noch drei Pärchen, wieder sind wir das einzige reine Frauenkayak. Nach kleiner Einweisung und in der Luft rumpaddeln gehts los. Beim Starten bekommen wir erstmal eine Welle ins Gesicht, aber wir bleiben aufrecht 🙂 Dann paddeln wir zu einer Insel und drumrum. Die Wellen sind noch immer recht hoch, aber da sie hier nicht brechen nicht gefährlich. Diesmal sind wir von allen die schnellsten. Wir landen an einem Strand. Wir werden wieder aus dem Wasser gezogen. Als letzte paddeln wir auf ein Handzeichen hin auf den Strand zu, Dann hängt ein Kerl an unserer Kayakspitze, und wir werden an Land gezogen. An diesem Strand befindet sich die Cathedral Cove. Ähnlich wie beim Hole in the Rock handelt es sich hier um eine Auswaschung im Felsen durch die man hindurch gehen kann. Sie hat eine spitzes “Dach” was ihr diesen Namen eingehandelt hat. Bei Flut steht Wasser drin, aber das ist uns eh schon egal.

Unser Guide packt, während wir gucken, aus. Becher, Stövchen, Thermoskannen, Topf, Milch, Milchschäumer. Er hat sogar Marshmallows für die heiße Schokolade dabei. Sauber! Wir genießen Tee, Kaffee, heiße Schokolade etc. Kekse gibt es auch noch dazu. Gut gewärmt geht es wieder in die Kayaks. Wieder werden wir durch die Wellen gezogen. Dann geht es zurück zum Ausgangsstrand. Wieder mal sehr toll.

Am Abend gehen wir mit Heike und Gudrun noch einen trinken. So beenden wir Carolas letzten Urlaubsabend sehr gemütlich mit Wein und Käse.

16.01.2007 Abschied vom Norden und von Carola

Wir müssen schon wieder früh raus. Carola muss so packen, dass alles wieder mit in die Niederlande kann. Und wir müssen um 10 im 40 km entfernten Coromandel Town sein. Leider hat es in der Nacht geregnet und so müssen wir diverse Sachen doch noch mal lose ins Auto legen.

Die Straße nach Coromandel ist gewunden und eng und geteert. Unser Ziel ist der Driving Creek Railway. Ein kleiner Zug, der durch Buschland fährt. Gebaut wurde er von einem Töpfer. Was als Hobby begann ist durch die Touristen gewachsen und ist nun eine einstündige Fahrt. Das Buschland besteht aus NZ Bäumen (u.a. Kauris) die hier wieder gepflanzt worden sind. Und dazwischen finden sich immer mal wieder Terracotta figuren. Die Wände sind auf kreative Weise mit Flaschen oder alten Reifen befestigt. Die Fahrt endet beim “Eyefull Tower” in dem man auch Hochzeiten oder Geburtstage feiern kann. Man hat eine schöne Aussicht über die Küste. Dann tuckern wir wieder gemütlich gen Tal.
Unten versuchen wir in einem Cafe ins Internet zu kommen, leider ist der Anschluß gerade tot und so fahren wir weiter.

In Thames finden wir ein gutes Internetcafé, wo wir auch unsere Fotos noch schnell austauschen können. Dann gehts weiter nach Auckland. Carola will noch zu einem Alfa Händler. Der Erste ist nur eine Werkstatt. Beim Zweiten hat sie Glück. Sie bekommt einige Broschüren. Dann geben wir unser Auto heil wieder ab. Also haben wir uns doch 300 $ gespart indem wir die Versicherung nicht höher gesetzt haben. Vermutlich gibt es noch einen Nachschlag *grusel*

Am Flughafen checkt Carola zuerst ein. Unsere Flüge gehen gleichzeitig, ich muss aber ins domestic terminal, während sie im internationalen sein muss. Weil sie schon um 19.15 Uhr in der Passkontrolle sein muss und ich erst um 19.45 einchecken muss, schleppe ich meine Tasche halt noch mit. Wir essen was, gucken noch in den Souvenirshops ohne was großartiges zu finden. Dann ist die Zeit ganz schnell rum. Wir stellen fest, dass Carola noch eine Leaving Card ausfüllen muss. Und dann ist sie weg auf dem Weg nach San  Francisco.

Ich mach mich gemütlich auf den Weg zum domestic terminal. Das ist schon fast wie Busfahren. Ich brauch nicht mal wirklich mein Ticket. Die Zeit vertreibe ich mit Lesen, und um 21.30 bin ich wieder in Wellington. Ein Taxi bringt mich teurer als erwartet heim, ich hätte wohl doch besser ein shuttle bus genommen, nur die haben sich diesmal nicht so angeboten. Immerhin hab ich ne nette Unterhaltung mit dem Taxifahrer.

Fotos folgen bald.