Noch ein Besuch im Pferdeparadies

Zuerst mal wieder die Zusammenfassung der letzten Woche *g*. Ich habe geschrieben, oder es zumindest versucht. Meine Diplomarbeit hat jetzt 31 Seiten, mit denen ich alles andere als zufrieden bin. Aber ich kann es momentan auch nicht wirklich besser, also werd ich wohl damit leben müssen. Und weil ich so brav geschrieben habe, habe ich keine Zeit gehabt die Bilder von der letzten Tour überhaupt mal auf meinen Rechner zu übertragen.
Am Donnerstag hatte ich nochmal die Chance das Elektronenmikroskop zu nutzen. Das ist momentan überbelegt. weil geschickterweise vom 15. – 18. irgendeine Konferenz vom McDiarmid Institute ist. Das ist ein Institut für neue Materialien inclusive Nanotubes etc. Die brauchen also auch ständign das SEM und das hat sich dann auch noch praktischerweise für eine Woche verabschiedet. Ich hab mich dann nochmal an das alte Gerät gehockt. Da hab ich zwar nicht so gute Vergrößerungen aber ich kann damit leben.

Am Freitag hab ich dann mein bisheriges Zeug sowohl Thomas als auch Jim gegeben, in der Hoffung noch sinnvolle Anregungen zu bekommen. (leider hab ich noch nix wieder bekommen, daher muss ich mich erst noch weiter durchkämpfen)
Und dann bin ich in ein weiteres Traumwochenende gestartet.

02.02.2007 Wellington – Okau. Mondscheinrit mit Possums

Diesmal brauch ich schon gar keine Karte mehr. Ich lass mich in der Früh um 11 vom Autovermieter abholen. Mein Auto ist wieder ein graues. Diesmal ein Corolla, weil die kleinen alle schon weg waren. (ich glaub ja schon fast, dass sie die gar nicht vermieten, sondern immer nur Economy) wie auch immer. Der Tank ist voll, ich fahr heim, lad mein Zeug ein, und schon bin ich unterwegs. Ich hoffe auf Tramper, nur die stehen alle in die falsche Richtung.

Mt. Taranaki zeigt sein Standardgesicht – keines. Es klart aber auf und als ich New Plymouth verlasse kann ich den Schnee auf der Spitze erkennen. In Urenui hab ich erstmal keinen Handyempfang, dann als ich einen hab, erfahr ich, dass ich kein Geld mehr auf der Karte hab. Ich könnte nochmal aufladen, nur 20$ ist mir zuviel für die letzten 12 Tage. Das vertelefonier ich nie. ich frag also ob ich das Telefon nutzen darf und ich darf. Ich kündige also an, dass ich in 20 min da bin. Mt. Messenger hat nach der Südinsel überhaupt keine Schreckensmomente mehr für mich und diesmal fahr ich nicht an der Straße vorbei.
Angekommen wartet nicht Lisa sondern Bryan auf mich. Lisa soll aber nicht weit sein, sie ist in der Stadt (New Plymouth) um ihr neues Auto zu holen. Sie sollte bald da sein. Bryan fährt mich mit den Quad den Hügel hoch. Nach einer Tasse Tee meint er, dass wir dann doch schon mal die Pferde holen gehen. Kaum dass wir auf der Koppel sind, kommt Chandra den Hügel hoch. Das neue Auto (angeblich Allrad) kommt den Hügel nicht hoch. Bryan geht runter zum helfen und Chandra und ich holen Thunderlight und Foaley.
Zurück ist Lisa da. Stinksauer weil ihr Auto nicht den Hügel hochkommt, dabei hatte sie sich so darauf gefreut. Aber was soll man machen, Bryan guckt was er machen kann, und wir essen erst mal was. Der Fehler im Auto ist, dass es nur 2 Radantrieb hat, und dass es irgendwo in den Sicherungen liegt. Dummerweise ist der Sicherungsplan in Japanisch ist.
In der zwischenzeit geht ein wundervoller Vollmond auf, den ich versuch zu fotografieren. Wir beschließen noch zu warten mit dem reiten.

Um 11 raffen wir uns auf, ziehen noch ein paar Lagen Klamotten an und satteln Thunderlight. Der Mond ist zwar grad hinter Wolken, es ist aber noch immer sehr hell. Wir reiten über die Farm, bleiben am Wasserfall wieder stehen. An der einen Seite der Wasserfall auf der anderen kann man wieder eine Morpork Eule hören. Es gab auch mal Kiwis hier, aber die hören wir leider nicht. Dafür sehen wir auf dem weiteren Ritt noch zwei Possums, die einen Baum hochklettern. Welch ein Glück für die Tierchen, dass wir keine Jäger sind. Wir lassen sie also ungestört den Baum zerstören.

Zurück will Lisa noch Bilder von meiner Südinsel Reise sehen. Todmüde fallen wir um 2 uhr ins Bett.

03.02.2007 Boar Creek und Pinetree trek

Ich bin wieder mal früh wach. Der Hahn ist echt grausam 🙂 Alle anderen schlafen noch. Ich geh wieder raus, Unten im Tal hängt Nebel aber der Himmel darüber ist klar und blau. Eine herlliche Stimmung.
Als die anderen Wach sind fängt die Hektik an. Es kommen noch Leute zu einem Trek, und Lisa will George und Carina noch anrufen ob sie mit wollen auf den längeren Ritt.

Nachdem wir zu faul sind um nochmal auf die Koppel hochzugehen nehmen wir nur Pferde die eh schon am Hof sind. Soft Touch, Seamus und Hamish für die Trekker und Foaly und Thunderlight für Lisa und mich (die hatten im Garten übernachtet). Die Gäste sind eine Familie mit kleinem Jungen, der etwas Angst vor Pferden bekommen hat, weil er immer das buckelnde Pferd von seiner Cousine reiten musste. Vater und Freundin sind auch nicht wirklich gute Reiter, daher gehen wir das ganz ruhig an und reiten erstmal über die Farm, quasi den Ritt, den wir gestern im Mondschein geritten sind. Nach einer Stunde fragt Lisa, wie lange sie denn reiten wollten. “ja so zwei Stunden” ah gut, seid ihr noch fit für ne zweite Stunde “Ja klar” oh schön, dann  gehen wir runter in den Fluss.
Das ist so ein cooler Ritt, den hab ich beim letzten Mal auch mitgemacht und es war soo schön. Wir reiten also runter, und rein in den Fluss und wieder raus. Dann kommen wir an eine tiefere Stelle, Thunder stolpert über einen Stein, Stock keine Ahnung und kämpft um sein Gleichgewicht. Dabei verlier ich meins und lande im Wasser. das überaschenderweise nicht so kalt wie befürchtet ist. Ich führe mein Pferd ans Ufer und leicht zitternd steig ich wieder auf. Wobei das auch am Hunger liegen kann. Zum Glück hab ich diesmal meine Kamera nicht dabei, ob die diesen Tauchgang überlebt hätte weiß ich nicht. Meine Stiefel jedenfalls sind quaknass.
Zurück am Hof zieh ich mich erstmal um. Und ess was. Schon besser 🙂  Jeans und T-Shirt werden in die Sonne gehängt.

Nach Essen kommt George mit ihrem Freund. Chandra möchte auch mitreiten. Carina ruft an, dass sie leider nicht kann. Irgendwie wird es recht spät bis wir endlich losziehen und die Pferde holen. Für diesen längeren Ritt nehme ich wieder Black. Sie will sich nicht fangen lassen, aber mit Cowboyspielen wird sie eingefangen.
Wir reiten zu Carinas Farm. Auf einem gerade gemähten Heufeld erschrickt Black vor einem Fasan. Macht einen Hüpfer und weil sie Leitstute ist, machen alle anderen auch einen Hüpfer. Marc fliegt aus dem Sattel und bleibt mit einem Fuß hängen. Cobber galoppiert los. Aber der Steigbügel rutsch brav aus seiner Halterung, so wie sich das gehört. Plötzlich von der Last befreit bleibt Cobber stehen. Marc ist echt mutig, steigt wieder auf und reitet weiter. Well done!
Den ersten Teil der Rittes kenne ich schon. Wir reiten diesmal aber nicht den Hügel hoch, von dem Aus man die beiden Vulkan sehen kann. Irgendwann sind wir mitten zwischen Kühen. Lachend treiben wir sie vor uns her.
Wir machen einen kleinen Bogen durch den Wald und reiten wieder zurück. Sehr lustig.

Abends noch quatschen und relativ früh ins Bett. Morgen geht es nach Rivendell ähm Riverdale 😉

04.02.2007 Riverdale – Wellington. Neulanderkundungen

Diesen Morgen bin ich trotz besseren und längeren schlafen wieder die erste. Meine Stiefel sind noch immer etwas nass, meine Jeans ist aber trocken. Relativ bald machen wir uns auf den Weg es ist der reinste Familienausflug.
Lisa hat seit kurzem ein neues Stück land gepachtet, etwa 9 mal so groß wie das was sie bereits hat. Heute wollen wir ein paar der Pferde in einen anderen Bereich dort bringen und sehen wie es dort aussieht. Wir nehmen ein paar Trensen und jede Menge Halfter mit.

Dort angekommen sammeln wir ein paar Pferde ein. Wir müssen durch einen Matschpfuhl und über einen Fluss. Beim Matschpfuhl bin ich froh dass ich dann doch die Stiefel wieder angezogen hab. Mit den Sneakers wäre ich verloren. Über den Fluss trägt Bryan Tara, Leisha und mich Huckepack. (nacheinandern natürlich) Auf einer Weide lassen wir die Pferde laufen. Außer Hoover, die darf ich reiten. Nachdem die anderen Trensen nicht geschickt sind laufen die anderen weiter. Plötzlich kommen uns die Pferde im Hochtempo wieder entgegen. Hoover will natürlich mitrennen. Aber sie lässt sich gut kontrollieren. Wir laufen einen Track hoch und wieder runter, dort wird es extrem sumpfig und Hoover mag nicht mehr weiter gehen. Der kleine Bach lässt sich auch nicht einfach mit dem Pferd überqueren. Also lassen wir sie laufen.

Wir laufen noch ein Stück weiter, es ist hauptsächlich Buschland mit vielen Farnen. Wunderschön. Der Weg braucht noch etwas Arbeit, bis man dort leicht reiten kann. Aber die Umgebung ist toll. Chandra findet sogar Silver Fern.

Wir gehen wieder zurück gucken uns noch einen anderen Teil an, mit wunderbar großen moosbewachsenen Bäumen. Dann fahren wir zu einer weiteren Koppel. Naja erst müssen wir noch eine Stute mit Fohlen einfangen. Lisa nimmt die mit, ich darf ihr Auto fahren und die anderen fahren mit dem Truck.
Dort angekommen finden wir noch eine Gruppe von Stuten mit Fohlen, und nebenan eine Kuhherde die auch noch irgendwo hin muss. Farmarbeit pur.
Chandra und ich fahren zu der Koppel wo die Stuten hin müssen. Lisa, Bryan und Tara treiben die Stuten zu uns. Und schon ist der Job erledigt.

OK der Tag ist dann auch schon wieder ein Stück weiter. Wir fahren also zurück, essen und so. Ich muss mich nochmal ins Gästebuch eintragen. Es ist ein neues und die ersten Seiten sollen mehr Verzierung werden, weil ich “special” bin, muss ich was kreatives auf die erste Seite setzen.  Um halb 4 fange ich an mich zu verabschieden. Nur dass ich diesmal keine Chance mehr habe dort nochmal hinzukommen. An sich hätte ich es wie Andi machen müssen. Und meinen Flug nach hinten verschieben. Ich hätte ohne Problem 2 Wochen dort unterkommen können. Lisa hat mir nochmal gesagt, dass, wenn sie genug Geld hätte, sie mir sofort einen Job geben würde. Ich find das so lieb. Es hat sich so nach Familie angefühlt. Lisa bringt mich mit dem Truck runter, die Mädels fahren mit runter. Lisa macht noch ein Foto von uns Mädels auf dem Truck mit ihrem Schild. Wir werden auf jeden Fall versuchen in Kontakt zu bleiben. Und sollte ich tatsächlich innehalb von den nächsten 5 Jahren wieder hier her kommen, werde ich bestimmt länger als ein Wochenende dort bleiben.

Die Rückfahrt zieht sich. Mt. Taranaki ist noch immer gesichtslos. Weil mir langweilig ist, nehme ich einen Tramper mit. Um diese Zeit rechne ich nur mit Kiwis, also befürchte ich keine Sprachprobleme. Fehleinschätzung, das ist zwar ein Kiwi, aber er nuschelt wie blöde und ich versteh kein Wort, daher schweigen wir den Großteil der Fahrt. Zum Glück muss er nur nach Palmerston North.
In Wanganui geh ich noch kurz einkaufen. Und dann sammel ich den zweiten Tramper ein. Der ist um einiges symphatischer. Wir unterhalten uns über seinen Job, mein Projekt, Politik und was noch alles. Sehr nett. So ist die Fahrt doch um einiges angenehmer.

Um 10 bin ich wieder daheim. Juhu endlich duschen. Das einzige Bad, das ich bei Lisa hatte, war das im Fluss 😉

Ach ja Fotos – folgen *g* irgendwann.