Bericht

Hier der versprochene Bericht:

15.02.2007 Der Tag mit 44 Stunden

OK wo war ich?

Thomas holt mich um 16.00 Uhr ab. Wir schleppen meine Koffer zum Auto wo ich noch eine Tüte in die Hand gedrückt bekomme. “I might not take it back”  Irgendwie auch auffällig, dass es eine Simly New Zealand Tüte ist. Hmm,. super und wo soll ich das Zeug unterbringen? Egal so wie ich mich kenne, finde ich auch in einer vollgepackten Tasche noch platz.
Wir fahren eine Scenic Route zum Flughafen. Stehen dabei erst noch ne Runde im Stau. An einem Strand rollen die Wogen richtig schön rein und ich lass Thomas anhalten um noch Abschied vom Meer zu nehmen. Das hab ich daheim nicht und hier ist es doch wunderschön.
Am Flughafen erst mal Koffer einchecken. Ich muss die Adresse angeben an der ich in Amiland erreichbar bin. Der Computer mag es nicht. Bis wir herausfinden, dass das flughafeninterne Kürzel für Arizona nicht AZ sondern AR ist. Das ist mal ne Logik. Mein Koffer wiegt 25 kg er kriegt einen orangenen Anhänger “Heavy bend your knees 25” drauf. Die Tasche bringt 22 kg auf die Waage. Auch hier ein Zettel. “ach du bist ja noch in der Toleranz – oh nein, ein kg drüber – ach egal”
Dann essen wir noch ne Kleinigkeit. Irgendwie haben die so gut wie gar nix mehr da. Durch die Konferenz ist auch am Flughafen eben die Hölle los. Die Shops sind irgendwie fast alle zu, so kann ich keine Souvenirs mehr kaufen – nicht dass ich da noch Platz dafür gehabt hätte ;).

Mein Flug hat Verspätung. Na das fängt ja schon mal gut an. Also holen wir noch was zum Trinken. Reden noch ein bisschen. Dann darf ich doch an Bord. Wie üblich versteckt sich die Nordinsel unter einer Wolkendecke. Nur Taranaki ist zu sehen. Naja der Berg halt und ein paar Lichter.

In Auckland bleibt mir statt der zwei nur eine Stunde Zeit. Ich laufe trotzdem zum Internationalen Terminal. Diesmal sind meine Koffer durchgecheckt und ich muss nur mich selbst dorthin bringen *g*.
Dort angekommen zahl ich meine Departure Gebühr. Dann hab ich auch nur noch 5 § übrig. Also wieder keine Souvenirs, nur noch ein paar Postkarten. Und dann finde ich doch noch ein Langarmshirt, dass ich mitnehmen will. Leider nicht ganz die Farbe die ich wollte. Aber egal. Der Sicherheitscheck liegt schon hinter mir und ich muss eigentlich an bord. Also nehm ich es doch mit

Mein Platz ist nicht der Reservierte *böh* Na gut. Ich sitze am Gang, was an sich nicht so schlimm ist, so kann ich ab und zu meine Beine ausstrecken. Der mittlere Platz ist leer und am Fenster hockt ein Typ. Typ “Einstein” strubbelige weiße Haare und riesiger Schnauzer. Er schläft schon bevor wir überhaupt anfangen zu taxien. Muss nochmal geweckt werden, damit er seine Rückenlehne hochstellt.

Die Zeit bis zum Essen vertreib ich mir mit “Out of the Blue” leider ist das Flugzeug zu laut, und der gesprochene Teil im Film zu leise, so dass ich nicht wirklich folgen kann. Es handelt sich um die Verfilmung eines Massakers in NZ im Jahre 1990 wo ein Typ “ot of the blue” angefangen hat, seine Nachbarn nieder zu schießen.

Ich bin ziemlich müde und versuch auch ne Runde zu schlafen. Diesmal geht das etwas besser als auf dem Hinflug. Auch weil ich mich ein bisschen auf dem Mittelplatz mit ausbreiten kann.

In LA angekommen geht alles viel schneller als erwartet. Bei der Passkontrolle können sie meine Fingerabdrücke nicht nehmen, weil meine Hände zu trocken sind. Ein bisschen Vaseline bringt Abhilfe. Meine Koffer sind relativ schnell da. Das andere Terminal finde ich auf Anhieb. Einchecken kann ich dank E-Ticket mich selber. Und die Taschen werden anstandslos akzeptiert. Und dann hab ich Zeit, viel Zeit. Ich lauf einmal um das Restaurant rum, hock mich in die Sonne und les ne Runde. Um 17.00 geh ich durch den security Check. Ich hab Hunger ich bin müde und mein Flug geht um 18.50. Ich beschließe kurz was zu essen. Nachdem ich zurück komm ist mein Platz belegt, ich setz mich woanders hin und ess. Dann fällt mir auf, dass irgendwas fehlt. Meine Jacke! Oh nein. Ich lauf zurück zu meinem alten Platz. Keiner der meine Jacke gesehen hat. Zurück zum McDonalds auch hier nix. Ich frag ob es ein Fundbüro gibt. Für sowas ist die Flughafenpolizei zuständig. Also dorthin
“I lost my jacket”
“Oh then you shouldn’t fly anywhere cold”
Jau klar, Flagstaff 27 F (-2°C) Gute Idee.
Nein keine Jacke abgegeben worden, wenn sie gefunden wird, würden sie sie mir aber ans Gate bringen.
Auch kurz vor Boarding keine Jacke 🙁 die kann ich wohl vergessen.

An bord läuft alles erstmal normal. Ich hab nen Mittelplatz. Zum Glück dauert der Flug nicht lange, und nachdem es dunkel ist, würde ich eh nicht viel sehen. Aber es dauert ne Weile bis wir abheben.
“Ja also wir haben da eine Lampe, die nicht funktioniert und wir dürfen eigentlich nicht wegfliegen ohne dass diese Lampe geht. Wir haben aber schon zwei Monteure dran.
Na zum glück ist es nicht der Motor. Aber trotzdem warten wir ne Weile. Na super ist ja nicht so, dass ich kein weiteres Flugzeug erwischen muss. Nach einer Weile wird uns erklärt, dass wir jetzt ohne die Lampe fliegen, es gibt zwar Papierkram aber es geht.
Um 21.00 landen wir in Phoenix. Oh schön, dann hab ich ja doch noch Zeit. Ich lauf also gemütlich durch die Shops, kauf mir noch was zum trinken Um halb Zehn werden wir aufgerufen. Hä? der Flug geht doch erst um 22.40 ich frag nach. Klar, wir haben schon wieder ne andere Zeitzone und es ist schon  22.30 uhr.
Und dann sitz ich in dieser kleinen Propellermaschine mit 36 Sitzlätzen. Wir machen den Sicherheitskram etc. Und dann ja dann erklärt uns der Käptn, dass eine Lampe kaputt ist, die Reparatur ist im Gange, es könnte aber sein, dass wir aussteigen müssen. Und das passiert auch. Wir alle raus aus der Maschine, wieder zum Gate. Ich ruf dann Berber kurz an. Die steht schon in Flagstaff am Flughafen ich versprech ihr, dass ich sie nochmal anruf wenn wir tatsächlich losfliegen und das tun wir um 0.00 uhr. Mein 44 Stunden Tag ist damit zwar zu ende, die Reise nicht ganz. Als wir wieder an bord sind heben wir aber schon schnell ab und die meiste Zeit des Fluges verschlaf ich.

In Flagstaff werd ich herzlichst von Arne und Berber begrüßt. Sie bringen mich zu sich unterwegs gucke ich in den tollen Sternenhimmel, dort werde ich von Wolfknuddel empfangen. Krieg ne warme Suppe und mir wird erklärt, was ich machen kann. Auf die Frage ob ich irgendwie in die Stadt kommen kann gibt es ein “leider nicht” Ich soll doch ruhig ausschlafen und die Gegend erkunden. Na gut. kann ich machen.
Ich dusch noch schnell und fall ins vorgeheizte Bett.

16.02.2007 Erkundungen um Doney Park

Es ist etwas bizarr in der früh aufzustehen und die Umgebung erstmal gar nicht zu kennen. Ich steh also auf und guck erstmal wo ich hier überhaupt bin. Aus dem Küchenfenster kann ich die Pferde sehen und Gwenny der Wolf wuselt um mich rum. Also gut erstmal Frühstück, das steht alles da, nur leider kein Wasserkocher für Tee. Egal, Mikrowelle tuts auch.

Nach dem Frühstück suche ich erstmal einen Ausgang. Die Seitentür ist offen. Gut. Ich geh erstmal raus, die Pferde begrüßen. Dann gucke ich wo ich hin kann. Den Hügel hoch. Nur wie? Letztendlich entscheide ich mich durchs Tor zu klettern und ich wander hoch. Die Aussicht ist schön, die Sonne scheint, ich bin viel zu warm angezogen. Irgendwann fehlen mir die Geräusche und wie um mich Lügen zu strafen hör ich plötzlich einen Specht und ein paar andere Vögel. Dann ein Knacken und ich seh nur noch große Ohren weghoppeln. Von der Größe her tippe ich auf Coyoten
Ich lauf noch ein bisschen weiter bis ich ganz oben eine ganz ordentliche Aussicht habe. Dann knurrt der Magen und ich geh wieder zurück.

Nachmittags gönn ich mir noch nen Tee und geh dann nochmal raus die Pferde genauer begucken und zu fotografieren, sie sind neugierig und freuen sich über Aufmerksamkeit. Es sind ein schwarzer Missouri Foxtrotter “Midnight” und ein braunes Quarter Horse “Oki” Oki ist ein bisschen scheu was schnelle Bewegungen betrifft aber ansonsten superlieb.
Und schon bald kommen Arne und Berber von der Schule heim.

Am Abend gehen ich mit zum Valentines Dance von Berbers Klasse. Die 7. und 8. Klasse machen das jährlich und es dauert nur zwei Stunden. Die Kinder hatten die letzten Wochen regelmäßig Salsa unterricht und der Tanzlehrer kommt als Animator. Und der erste Teil ist auch mehr oder weniger Salsa Unterricht.
Vorher werde ich noch Berbers Klasse vorgestellt. “Anita meet my class. Class this is Anita” und dann kommen die Fragen: wer bist du denn nu. Naja wir sind sowas wie Sisters in Law nur nicht ganz. Weil es ihr Bruder und meine Schwester sind, die zusammen sind, aber noch nicht verheiratet sind. Aber schon halbwegs ist die Aufmerksamkeit der kids weg.

Im lauf des Abends eine ähnliche Situation: “Are you sisters” wow sehen wir uns so ähnlich, seh ich so alt aus, oder Berber so jung? “actually we’re sisters in law” das lassen wir jetzt einfach so stehen.

Nach einer Stunde Salsa reicht es den kids, sie wollen lieber HipHop und Rock hören. Das kann, und sie tollen rum. Irgendwann wollen sie aber doch wieder Salsamusik und sie probieren selber. Sehr spaßig.
Am Ende stehen wir noch mit den letzten abzuholenden Kids draußen, und eine frägt dann doch noch mal wer ich denn nu bin. Also nochmal, Schwester Bruder und trotzdem noch nicht verheiratet etc. Dann kommt der Kommentar “So you’re friends in law” Wir lachen und finden das eine schöne Umschreibung.  Dann gehts wieder heim

17.02.2007 Grand Canyon 

Wir stehen nicht zu früh auf, frühstücken erstmal gemütlich und dann tigern wir los. Die Fahrt dauert etwa 1,5 stunden und man merkt überhaupt nix vom Canyon. Auf der Fahrt wird die eh schon spärliche Vegetation immer spärlicher, wir fahren ein Stück durch den Painted Desert anschließend gibt es wieder Bäume. Wir werden kontrolliert, und ich werde auf der Karte von Berber und Arne in den Park geschmuggelt. Ansonsten hätt ich nochmal 25$ zahlen müssen. Wir parken beim Visitors Center und gehen zu Wachtturm. Der sieht aus wie eine eropäische Ruine und damit vollkommen falsch an diesem Ort. Oh Well. Egal. dann gucken wir in das Loch. Das ist er also der Grand Canyon. Sehr beeindruckend. Und sehr schwer zu beschreiben und noch schwerer zu fotografieren. Das überlasse ich Arne. Naja nicht ganz, aber er hat ein Polfilter und damit die besseren Bilder.

Nach Besuch des Towers und des Shops fahren wir ein Stückchen weiter, durch den Wald kann man ab und zu ein bisschen Canyon sehen. Die Viewpoints werden immer schöner. Am dritten Punkt essen wir etwas und gehen dann ein bischen runter in den Canyon. Da auf dem Pfad aber Schnee und Eis liegt, beschließen Berber und ich recht bald zurück zu gehen. Arne geht noch etwas weiter. Wir beobachten derweil auf dem Parkplatz die Raben, die verlorenes Brot aufpicken.

In der Nachmittagssonne werden die Farben im Canyon noch intensiver, wir fahren dennoch bald heim. Schließlich hatten wir Gwenny an die Kette gelegt. Kein schöner Platz für den ganzen Tag

18.02.2007 Tagesrit zu Craters of the Moon

In der Früh verladen wir die Pferde in den Hänger. Nicht dass wir weit fahren, aber ein bisschen. Beide steigen brav ein. Nachdem sie erstmal ein bisschen Fangen auf der Koppel gespielt haben.
Arne und ich fahren also mit Gwenny zu unserem Startpunkt. Nach dem üblichen Geputze und Satteln gehts los. Die Pferde sind etwas hibbelig. Nach etwa 10 minuten merkt Arne, dass er sein GPS vergessen hat. Wir drehen also um. Beim zweiten Anlauf sind die Pferde schon ein Stücki ruhiger. Wir reiten auf einem schönen Sandweg durch den Wald, der unheimlich dreckig ist. Überall Bierflaschen, Getränkedosen und sogar zwei Autowracks liegen da rum.

Wir bleiben zumeist in einem gemütlichen Schritt, auf einer kurzen Strecke traben wir und ich versuch Midnight zum “Foxtrott” oder Tölt zu überreden und es klappt auch ganz kurz.

Die Craters of the Moon kann ich nicht erkennen, aber an der Stelle kann man den Painted Desert nochmal schön da liegen sehen. Dann geht es wieder zurück. Die letzte Stunde wird zur Qual, es ist doch etwas länger her, dass ich mehr als 6 Stunden im Sattel saß. Es wird kalt und ich weiß nicht mehr wie ich sitzen soll.

Abends dann ein heißes Bad und es ist schon besser

Wir sind 25 Meilen (40 km) in 7h nochwas geritten  Gwenny hat sicherlich das doppelte bis dreifache gemacht, die ist etwas platt.

19.02.2007 Ausflug nach Sedona

In der früh kümmern wir uns nochmal um die Pferde, die hatten gestern ordentlich geschwitzt und wir gehen nochmal mit der Bürste drüber. Die beiden freuen sich über die Aufmerksamkeit, sind aber auch etwas steif.

Dann fahren Berber und ich nach Sedona. Das ist etwas niedriger gelegen aber auf der Strecke haben wir dann doch etwas Schnee und Hagel und in Sedona regnet es. Das Interessante dort sind die Felsen. In grellen Rot stehen sie über dem Ort und sie wirken zum Teil wie von einem Bildhauer bearbeitet. Der Regen macht es leider schwierig schöne Fotos zu machen und wir fahren schon bald zurück. Unterwegs gehen wir noch kurz in den Wal*Mart, wo ich leider nicht das finde was ich suche. Der graue Nachmittag wird für Bericht schreiben und gemütlich vor dem Ofen sitzen verbracht. Heute Abend heißt es wieder Koffer packen und früh ins Bett, weil um 8.00 das Flugzeug geht.