Von Friseuren und Fotografen

Letztens war ich mal wieder beim Friseur. Ich bin ja da normalerweise eher pragmatisch und lasse mir mal alle halbe Jahr die Spitzen schneiden. Soweit so gut, das machen die ja auch gerne. Teilweise werde ich dann gebeten, das im Stehen zu durchstehen, weil sonst die Haarenden zu weit unten sind.

Aber so alle paar Jahre möchte ich meine Matte dann wieder loswerden.  Letzes Mal war das in Neuseeland der Fall, wo die Duschen meist nur getrietschelt haben und ich ewig gebraucht habe um das Shampoo wieder los zu werden. Die Friseurin dort war toll, sie nahm meinen Zopf und schnitt ohne großen Kommentar die ersten 25 cm ab um mir dann eine flotte gestufte knapp über Schulterlange Frisur zu verpassen. Sowas wollte ich jetzt wieder.

Die Friseure in Deutschland scheinen aber inzwischen ein Riesenproblem damit zu haben Haare abzuschneiden. Anscheinend gibt es noch immer unheimlich viele Frauen, die von ihrer Haarlänge bloß nicht mehr als die Spitzen schneiden lassen wollen und jedem weiteren cm hinterherweinen. Auf jeden Fall muss ich bei dem Wunsch doch bitte mal die Haare um gute 20 cm zu kürzen schon fast betteln. So habe ich einmal (als ich nach einer Blondierungsaktion die Haare mal wieder kürzen lassen wollte) sogar eine kostenlose Färbung bekommen (die dann absolut bescheiden ausgesehen hat).

Diesmal wurde immerhin nicht großartig gejammert. Zunächst wurde natürlich angenommen, dass ich nur die Spitzen geschnitten haben will. Es gab dann relativ große Augen, als ich meinte, die Haare dürften auf knapp über Schulterlang geschnitten werden, aber sie schnitt. Letztendlich waren mir die Haare noch immer 3 cm zu lang. Als ich das sagte meinte sie, sie hätte ja eh schon wie der Weltmeister geschnitten – “gucken Sie doch mal, was da schon runter ist” (mit blick auf die 20 cm langen Strähnen am Boden). Letztendlich ist es auch nicht so tragisch mit den etwas zu langen Haaren, immerhin ist es fast das was ich wollte.

Durch die neue Frisur musste ich jetzt noch einmal zum Fotografen – Bewerbungsbilder. Nachdem ich im August die letzten habe machen lassen und mir recht abgefertigt vorgekommen bin, diesmal ein Anderer – und warum nicht einfach den nehmen, der quasi ums Eck ist. Und was für ein Unterschied. Hat die letzte Fotografin, einfach mal nen grauen Hintergrund genommen und mich hingesetzt, ein paar Bilder gemacht und ich mir die besten daraus rausgepickt, wurde hier getestet. Gucken wir mal ob der Hintergrund geht, mal so mal so, Haare mal so, Haare mal zusammengebunden. Normalerweise mag ich mich ja gar nicht mit Brille und zusammengebunden Haaren, aber diesmal beklag ich mich nicht. Leider sieht man dadurch nicht, wie kurz die Haare jetzt tatsächlich sind, aber das ist ja egal. Immerhin seh ich auf dem Bild mal tatsächlich eher so aus, wie ich dann wohl auch rumlauf. Mit Brille und zusammengebundenen Haaren.

Und damit ihr das ganze auch bildlich sehen könnt:

bewAS Bewerbungsfoto 11-2009

Den Job, für den ich nächste Woche für Vertragsverhandlungen in die Schweiz fahren darf, habe ich aber quasi noch mit dem alten Bild bekommen. In der Technik ist wohl doch noch die Erfahrung und Ausbildung ausschlaggebend.