Klassik zum mitklatschen – Nokia Night of the Proms in München

Ich tue mich ja meist hart zu erklären welche Musik ich denn gerne höre. Früher habe ich dann meistens irgendwelche Indie- oder Gothicbands genannt um zu vermeiden, dass man erkennen könnte, dass ich auch gerne mal Pop höre, oder Rock, oder Klassik. Was nicht heißt, dass ich die genannten Bands nicht gerne hörte. Inzwischen sage ich meist, dass ich aus allen Bereichen etwas mag. Eigentlich habe ich nur bei Jazz, Reaggae und HipHop meistens eine Aversion. Und so kann ich ja jetzt zugeben, dass ich ein Roxette-Fan bin 😉 das ist die Musik mit der ich aufgewachsen bin. Joyride war meine erste CD, die ich gekauft habe.

Daher war es an sich ganz klar, dass ich die Chance nutzen wollte, 8 Jahre nachdem Roxette gezwungen war aufzuhören, sie endlich wieder live zu sehen. Leider lag der Termin der Konzerte so saumäßig blöd, dass ich keine Chance hatte das mit meiner Schwester (die an dem ganzen Fimmel schuld ist) zu tun.  So musst also mein Schatz herhalten. Wo er doch sooo begeistert von Klassik und Pop ist.

Und so saßen wir dann da, viel zu weit rechts, und viel zu weit oben. Aber zum Glück gab es Monitore wo man sehen konnte, was auf der Bühne abläuft. Zunächst gab es Klassik. Chormusik, und ich musste feststellen, dass ich das Chorsingen schon ziemlich vermisse.

Die Stars wurden meiner Meinung nach ziemlich durchgeheizt. Christina Stürmer war nach 3 Songs schon wieder weg, die Katona Twins machen auch nur einen, und Heaven 17 ging nach 3 Songs auch schon wieder von der Bühne. Zwischendrin gabs wieder Klassik, etwas mit Schwung und zu meinem Entsetzen fing die Halle an zu klatschen. Huh? Sind wir jetzt auf dem Volksmusikfestival, wo man klatscht, egal ob das im Takt ist oder nicht (war es nicht *grusel*). Getröstet wurde ich durch die Tatsache, dass quasi übergangslost zu “Wish I Could Fly” gewechselt wurde. Marie wurde mitsamt Stuhl auf die Bühne gehoben (also aus der Mitte mittels Hebemechanik) und der Rest war dann auch da. Yeah! Leider sind sie danach wieder gegangen. 🙁 Aber uns wurde mehr versprochen für nach der Pause.

Und so war es. Nach der Pause gabs dann erstmal KatonaTwins die voll losrockten und dann endlich wieder Roxette. “The Look” um dann sehr ruhig zu werden. Ich weiß nicht wieviele Leute nur für Roxette dorthin gekommen sind, aber bei “It must have been love” leuchtete der Saal vor kleinen LED-Lämpchen (die wohl am Eingang verteilt worden waren – wir hatten keine) und das Publikum sang – pure Gänsehaut.

Ich fands toll. Wobei das eben an Roxette lag und sicherlich nicht daran, dass Leute zum Mitklatschen bei durch Verstärker geschobenen Klassik animiert werden. Da geh ich dann doch lieber wieder in normale Konzerte. Sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung. Denn ich mag beides.