Mit den Katzen über die Grenze

Das Ganze ist zwar inzwischen schon eine Woche her und inzwischen haben wir schon das Wohnzimmer gestrichen. Aber ich finde es dennoch noch bloggenswert.

26.03.2010

Um 6.00 geht der Wecker. Wir haben keinen Plan wann die Umzugsfirma kommen sollte, deswegen haben wir den Wecker mal prophylaktisch so früh gestellt. Ausserdem schaut es in der Wohnung noch immer nicht so aus, als ob wir alles gepackt hätten. Wir nutzen also die Zeit bis zum Eintreffen der Umzugsleute zum weiterpacken.

Onyx streift schon um die Kisten und um die bereitgestellten Transportboxen. Mag wohl der Hunger sein, schliesslich haben sie gestern Abend schon nix mehr zum Essen bekommen. Nachdem der Kater vor allem im “im Weg Stehen” gut ist, verfrachte ich ihn bei einer solchen Gelegenheit in die Box. Er wehrt sich kaum. Ich habe aber noch immer keine Ahnung wann die Umzugsfuzzies kommen. Naja. Onyx liegt eh gern in der Transportbox, also hat er einfach Pech. Ich stelle die maunzende Box mit einem Handtuch darüber ins Eck. Luna lässt sich erstmal nicht fangen. Dann kommt um 7.20 der Anruf. Sie seien grad in Gauting, kommen aber nicht durch die Unterführung durch. Ich gebe eine Alternativroute und denke noja, dann sind sie in 20 min da.

Luna zu fangen wird ein Drama. Sie verschwindet fauchend unter dem Sofa, hebt man das Sofa an kriecht sie drunter hervor ins Zimmereck. Da lauter Kisten herumstehen, kann ich das Sofa nicht wegschieben. Mir bleibt also nur der Nackengriff, der etwas daneben geht. Luna schreit erbärmlich und beisst in meinen Arm. Fluchend verstaue ich das fauchende und um sich kratzende und beissende Bündel in die zweite Box. Und warte.

Und warte immer noch. Gut eine Stunde nach dem Anruf sind die Leute endlich da. Ohne lange zu fackeln fangen sie an einzuladen. Ich sitz auf Kohlen, schliesslich möchte ich los und die Katzen so schnell wie möglich auch wieder aus den Boxen befreien. Wir bremsen sie und fragen wir wir das nu machen mit den Katzen. Teilumzug heisst das dann. Ich sollte auch alle Unterlagen (Packliste, Ausländerausweis, Pass, Kopie vom Mietvertrag) zum Umzug dabei haben, mit einer Extra Liste für den Teilumzug. Am Zoll soll ich mich in der LKW-Spur einordnen.

Ich verabschiede mich und fahre, höre, dass die Umzugscrew in Konstanz wechselt und fahre los. Auf der Rückbank unter den Tüchern die ich über die angeschnallten Boxen gelegt habe beginnt das Maunzkonzert. Zweistimmig.

Auf der Autobahn kommt alle paar Sekunden ein Maunzen von Luna. Onyx ist irgendwann ruhig geworden. Ich telefoniere noch einmal mit meinem Freund, weil ich durch die Info mit Konstanz irritiert war. Gehen die dann auch da über die Grenze wo ich geh, oder ist es egal wenn ich einen anderen Grenzübergang nehme?

Es ist nicht egal. Ich muss über Konstanz fahren. Ich gebe die Info in mein Navi ein. Es will mich über die Schweiz zur Zollstation Konstanz schicken. Ich sage dem Navi dass es Mautstrassen nicht nehmen darf und darf in Deutschland bleiben. Natürlich ist die Strecke ein Umweg. Wirklich begeistert bin ich nicht. Ich bin erst kurz vor 12 in Meersburg, und verpasse prompt die Fähre. Lange muss ich aber nicht warten.

Auf der Fähre ist plötzlich Stille im Auto. Entweder mag Luna das Schaukeln oder sie freut sich, dass der Motor aus ist. Wie auch immer, ich geniesse die Stille, und gucke in die Körbchen ob alles ok ist. Luna sitzt auf allen Vieren, während Onyx in der Box rumlümmelt. Aber soweit geht es den beiden wohl gut.

Ich komme natürlich erst nach 12 an die Zollstation. Egal. LKW-Spur gibt es keine eigene, bzw die PKW werden eh drüber geführt.
Die Zollbeamten wollen mich schon durchwinken und gucken seltsam als ich dann doch stehenbleibe und ihnen erkläre, dass ich einen Teilumzug habe. Der Zöllner guckt auf meine Aussage, dass ich zwei Katzen dabei habe auf meinen Deckenhaufen auf der Rücksitzbank.

“wollen Sie keine Papiere haben?” “nene, des ist  OK so”

Na gut.

In der Schweiz begrüsst mich dann regnerisches Wetter. Na Juhu! 20 km vor Ankuft geht das Gemaunze von Luna wieder los. Noch mehr Juhu!
Aber bald bin ich da.
In der Wohnung stelle ich die Boxen erstmal hin, bis ich alles aus dem Auto raus habe. Katzenklo hingestellt, Futter hingestellt, Körbchen auf. Luna kommt sofort heraus. Und Onyx? Der bleibt erstmal hocken. Im Körbchen ists erstmal sicher. Luna maunzt guckt, springt aufs Fensterbrett.
Ich öffne Onyx’ Körbchen ganz, er geht raus und in Lunas rein.

Als die Umzugsleute kommen, warne ich sie gleich, nichts ins Wohnzimmer zu stellen wegen den Katzen. “Ah das war das mit den Katzen an der Grenze”. Dann wurde die Info doch irgendwie verarbeitet und weitergegeben. Aha. In Windeseile ist der LKW ausgeräumt und ich alleine in der Wohnung. Nach einer Weile mache ich die Zimmertüre auf. Prompt ist Luna verschwunden. Sie versteckt sich hinter einer Kiste und ward nicht mehr gesehen. Onyx traut sich dann auch aus seiner Box und verschwindet auch im Kistenzimmer.

Onyx "hilft" beim Renovieren

Alles in allem ist es gut gegangen.Inzwischen benehmen sich die beiden so, als würden wir schon immer hier wohnen, Onyx zerlegt nachts Kartons und hält mich vom Schlaf ab. Inzwischen haben sie auch die Eingangtür entdeckt, aber raus dürfen sie erst dann, wenn alles fertig eingerichtet ist. Das dauert noch ne Woche etwa. Über Ostern wird gestrichen, nach Ostern der Boden verlegt, und dann kommt der Grosseinkauf beim Möbelhaus mit den vier Buchstaben 😉