Passierschein A 38

  Ich habe mir ja extra erst nach der Hochzeit Urlaub genommen, weil ich ja durch die Namensänderung ein paar neue Ausweispapiere haben muss. Schliesslich muss ich ja auch beweisen können, dass ich so heisse wie ich jetzt heisse. Und dann kommt mal wieder der klassische Fall von “hättest du dich mal vorher informiert”

Damit habe ich natürlich erst gestern angefangen. Schliesslich habe ich immerhin daran gedacht, dass ich direkt bei der Trauung einen internationalen Trauschein bekomme und damit sollte das ja alles kein Problem sein.

Nun gut. Einfach mal so nach Bern fahren tut man ja nicht, also vorher auf der HP der Botschaft informiert. Einfach so mal nach Bern fahren wäre auch eine sehr dumme Idee gewesen, denn man braucht auch für einen Passantrag einen Termin. Na gut, den kann man inzwischen auch online anfragen. Immerhin. Aber doch mal kurz das Merkblatt durchsehen, was ich so brauche. Da steht dann doch auch schon was zur Namensänderung drin.

Hat sich Ihr Name nach Eheschliessung oder Scheidung geändert? Klären Sie bitte unbedingt im Vorfeld telefonisch mit der Botschaft, ob in Ihrem Fall eine Namenserklärung und/oder Scheidungsanerkennung erforderlich ist. Bitte lesen Sie dazu die Hinweise im Merkblatt.

Na gut, also Merkblatt angeklickt.

Im Laufe des Lebens gibt es Ereignisse, die eine Namenserteilung oder Namensänderung mit sich bringen, wie z. B. Geburt, Eheschließung, Scheidung, etc.
Finden diese Ereignisse nicht in Deutschland statt, und wurden sie von ausländischen Standesbeamten oder Institutionen beurkundet, hat dies in der Regel keinen Einfluss auf den von Ihnen geführten Namen, selbst dann nicht,  wenn Sie Doppelstaater sind. In manchen Ländern ist das Recht dem deutschen Recht so ähnlich, dass man vor ausländischen Standesbeamten abgegebene Erklärungen akzeptiert. Dies gilt jedoch leider nicht für die Schweiz!

Ok ich heisse also in der Schweiz mit meinem neuen Namen, aber in Deutschland noch immer mit Mädchename. Also muss ich wohl eine Namenserklärung machen.Dazu heisst es dann weiter:

Eine Ehenamenserklärung ist immer von beiden Ehepartnern zu unterschreiben, […]. Das bedeutet, dass Sie beide persönlich in der Botschaft vorsprechen müssen.

Na grossartig. Der hat doch seinen Namen nicht geändert. Aber es geht noch weiter.

Sie können nur dann eine Namenserklärung an der Botschaft Bern abgeben, wenn Sie nicht in Deutschland gemeldet sind. Falls Sie noch in Deutschland gemeldet sind, müssen Sie sich abmelden oder sich bei Ihrem nächsten Deutschlandaufenthalt an Ihr zuständiges Standesamt in Deutschland wenden. Dies gilt auch dann, wenn nur einer der Ehepartner noch in Deutschland gemeldet ist.

Ich bin nicht mehr in Deutschland gemeldet, auch wenn das eigentlich der Plan war. Bei Scotty ist der Plan aufgegangen und er ist noch immer in München gemeldet.

Beim Telefonat in Bern kommt nur raus (“wussten Sie schon, dass täglich ca. 125 Passanträge in Bern gemacht werden? Wussten Sie schon, dass nach einer Heirat ihr Name sich im Deutschen Rechtsraum nicht ändert und Sie eine Namenserklärung machen müssen?): “ja wenn der Mann noch in Deutschland gemeldet ist, muss die Namenserklärung in Deutschland gemacht werden.”

Das Telefonat in München besagte dann (“Standesamt München, mein Name ist … “): “das können Sie auch in Bern machen”

egal, ich fahr morgen nach München. Dort haben sie meine Geburtsurkunde schon, für Bern müsse ich die (nochmal) anfordern und dann meine blöde Abmeldungsbescheinigung finden.

Und: Personalausweise stellt die Deutsche Botschaft erst gar nicht aus. Das muss man halt irgendwo in Deutschland machen. gna.

Den neuen Ausländerausweis bekomme ich natürlich auch erst dann, wenn ich meinen neuen Pass habe. Immerhin habe ich der Arbeit schon bescheid geben können, das wir verheiratet sind.