Passierschein C38

Diesmal hatte ich alles zusammen. Alle Eventualitäten abgedeckt.Was ich vergessen hatte: nochmal zu nem Fotografen zu gehen, um Passbilder nach der Niederländischen Schablone machen zu lassen. Jenu versuchen wir es erstmal so.

Gut das ich nochmal nachgeguckt habe. Ich habe nämlich festgestellt, dass ich mit dem Auto länger brauche um nach Bern zu kommen, als wenn ich das mit dem Zug erledige und dass ich länger brauche als die geschätzten 1.5 h. Daher ist dann schonmal um 7:00 uhr Abfahrt mit dem Zug. Bäh, da ists noch dunkel. Aber sonst ist es entspannt. Buch dabei.

Pünktlich um 8:45 Uhr bin ich dann auch an der ersten Botschaft. Die Viertelstunde bring ich spazierend rum. Dann um 9 rein. “guten Morgen”

Erste Feststellung: Das Bild im Passbild ist zu gross. Ich werde zum Fotografen die Strasse runter geschickt und darf für 28 CHF nochmal mein müdes Gesicht in die Kamera halten. Ich will gar nicht wissen wie das aussieht. Wieder zurück.
Zweite Feststellung: entgegen der Aussagen von meiner Mutter und meiner Schwester bekomme ich jetzt doch auch den neuen Namen in den Pass. Auch gut.
Dritte Feststellung: Die Dame freute sich, dass ich den Nachweis über die Option auf die Staatsangehörigkeit auch dabei hatte. Ich erzähle ihr noch, dass die Deutschen damit irgendwie ein viel grösseres Problem hätten.

Insgesamt gebe ich also 4 Zettel ab (Passantrag, Eheschein, Wohnsitzbestätigung und den Nachweis) ohja und den Pass, dazu später mehr.
In zwei Wochen wird mir der neue Pass zugeschickt.

Beim rumkramen entdecke ich, dass der Joghurtbecher, den ich als Notration mitgenommen hatte, im Rucksack geplatzt ist. Ich verschwende die Hälfte meiner Trinkflasche um das Malheur in Grenzen zu halten und lagere alles ausser der Flasche und den –  in der Plastikhüllte zum Glück geschützten –  Unterlagen, in meine Kameratasche um.

Bahnhof Bern

Zurück zum Bahnhof, dort auf die Toilette um den Rest des Malheurs zu beseitigen. Dann was essen und ab in den Bus zur deutschen Botschaft.
Dort angekommen stehen drei finstere Gestalten von der Securitas da. Ich muss meinen Namen nennen und es wird nachgeguckt ob ich tatsächlich einen Termin habe, dann werden die Taschen angeguckt und ich werde abgesucht mit so nem Piepsding wie vom Flughafen, danch bekomm ich ne Nummer und darf zum Warteraum.

Als ich dran bin, sagt die Dame, dass ich ihr einfach die Mappe reinlegen darf, und sie sich selbst alles raussucht. Find ich prima. Da ist zwar mehr drin als sie braucht, aber lieber zuviel als zu wenig. Sie stellt dann fest, das mit der doppelten Staatsangehörigkeit.
“ja wie ist das dann, das ist ja kein Antrag, aber auch nicht durch Geburt, weil das ist ja erst ab 1985. Sind Sie dann eingebürgert worden?” äh nein, ich hab einfach nen Pass bekommen.Naj sie klärt das mit ihrem Vorgesetzten und ist mit allen Papieren weg. Nach ner Weile kommt sie wieder: “ist wohl in Ordnung so, hab ich gehört”

Na Gott sei Dank. Hier ist der Stapel grösser: Kopie vom Pass, Kopie vom Ausländerausweis, Kopie vom Eheschein, Kopie von der Namenserklärung, Kopie von der Option. Aber gut. In 6-8 Wochen bekomme ich eine Benachrichtigungskarte, dann darf ich meinen alten Pass per Einschreiben hinschicken und ich bekomme meinen neuen Pass und den alten entwerteten Pass wieder. Gut. Der Urlaub ist ja eh noch auf den alten Namen gebucht. Wird also schon schiefgehen. Ich muss ja nicht sofort das Ding losschicken.

Die Dame freut sich auch noch, dass ich meine Namenserklärung schon in Deutschland hab machen lassen, denn sonst hätte das Ganze ja nochmal länger gedauert. (Ja das habe ich gelesen und puh, bin ich froh, dass ich das hinbekommen habe)

Beim Durchsehen der ganzen Papiere fällt mir auf: hey der andere Pass fehlt ja. Ich gerate in Panik. Na gut, ab zum Bahnhof, auf der Toilette gefragt, zurück zur anderen Botschaft dort nochmal gefragt. “ja klar, der Pass ist bei ihnen, den haben sie behalten, nachdem ich nicht gesagt hatte, dass ich ihn noch brauche”
Na toll und ich mach Panik. Wodurch ich meinen geplanten Zwischenstopp zum Bern Anschauen hab ausfallen lassen.

Deutsche Botschaft

Egal, geht ja noch weiter, denn einen neuen Personalausweis brauch ich ja auch noch. Den bekomm ich aber nicht in Bern, sondern in Deutschland. Da das Bürgerbüro in Konstanz am Donnerstag Nachmittag zu hat, habe ich beschlossen die berufstätigenfreundlichen Öffnungszeiten des Bürgerbüros Singen auszunutzen. Ich fahr also mit dem Zug zurück nach Rapperswil um dort dann von Scotty das Auto zu übernehmen.

Hätt ich das mal nicht gemacht sondern weiter mit dem Zug alles erledigt. Denn das Bürgerbüro in Singen ist in der Nähe des Bahnhofs. Und die Autobahn ist gesperrt. Was zur Folge hat, dass ich von der Grenze bis nach Singen fast ne Stunde brauche. Gna

Dort wieder alle möglichen Zettel auspacken, die Namenserklärung wird schief angeguckt und nach einer Diskussion auch akzeptiert. Ich unterschreibe prompt mit dem falschen Stift und darf das wiederholen. Aber dann ist alles ok. Wartezeit auch nochmal keine Ahhung zwei bis vier Wochen.

Staufrei gehts dann zurück. Erfolg! Jetzt müssen die Papiere nur noch alle ankommen.