Warum immer Mon Cheri?

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Und jedes Jahr an Weihnachten das Gleiche. Immer wieder und Jahrelang. Und jedes Mal überlege ich mir, wie ich das nun höflich sage, dass ich die Dinger überhaupt nicht leiden kann. Um zu vermeiden, dass ich sie wieder bekomme. Und seltsamerweise kenne ich gar nicht mal so viele, die das mögen (wie auch diese Umfrage im Forum zeigt)

Ernsthaft, es gibt so viele leckere Naschdinge (hm ok, ich bin da etwas eigen und mag dann viele davon nicht) aber wieso muss es dann auch noch etwas mit Alkohol sein? Gleiches gilt auch für die Flaschen Sekt und Wein, die einem mit gewisser Regelmässigkeit in die Hand gedrückt werden. Und hier muss ich mich dann auch selbst schuldig sprechen. Wenn ich keine Ahnung habe, was ich so mitnehmen kann, nehme ich meist eine der vielen Flaschen Wein, die bei uns so rumstehen (weil wir sie geschenkt bekommen haben, und selbst nicht trinken 😉 )

Jetzt mögen viele sich ja auch einfach über eine Flasche Wein freuen, aber es gibt durchaus gute Gründe, das einfach mal nicht zu machen. Zwei Beispiele:

Meine Schwester und meine Mutter reagieren auf Rotwein mit heftigster Migräne. Damit ist eine Flasche Wein ein tolles Geschenk, wenn man sie nicht leiden kann. Bzw bei ihnen folgt daraus ein gut gefüllter Weinkeller, bei dem man sich bedienen kann, um anderen ne Flasche Wein mitzubringen. (übrigens folgt die Migräne auch bei Verzehr von Mon Cheri…)

Der Vater eines Bekannten ist Alkoholiker. Bekommt der Bekannte etwas zu trinken, kann er davon ausgehen, dass er das besser nicht bei seinen Eltern stehen lässt, wenn er das noch trinken möchte. Wichtiger wäre es in diesem Fall vor allem dem Alkoholiker nichts zu schenken.

Es gibt genügend weitere Situationen, in denen jemand besser auf Alkohol verzichtet, in vielen Fällen wird er oder sie es vermutlich nicht gerne erzählen.

Ich möchte jetzt nicht sagen: schenkt keinen Wein, aber ein bisschen nachdenken über wem ich was schenke ist vielleicht doch ab und zu angebracht. Dem Weintrinker kann man ja weiterhin eine Flasche mitbringen. Ein Schokifan wird sich sicherlich nicht über die (richtige) Schokolade beklagen. Und jemand den man gar nicht kennt bringt man vielleicht besser einen Strauss Blumen. Der ist zwar vergänglich, aber ungefährlich, und kommt vermutlich trotzdem gut an, denn es geht um die Geste (die ich auch bei Wein und Mon Cheri zu schätzen weiss).

Und noch was: wenn jemand keinen Alkohol trinken will, drängt es ihm nicht auf. Wie oft wird nicht gesagt: “ach komm, ein Glaserl geht doch” “Jetzt sei doch nicht so, nur einen Schluck, so zu Anstossen”

Tut es nicht! Man muss keinen Alkohol trinken um fröhlich zu werden.