Der Umzug

Graaah. Das musste jetzt kurz raus. Aber wir sind da, wir sind in der neuen Wohnung, und sie ist toll, aber es fehlt noch einiges und wir haben noch viel zu tun. (zB einen Keller ausräumen, der nochmal so viele Kartons liefert, wie wir jetzt schon mitgebracht haben).

Ok mal von vorne.

In unserer Sommerresidenz haben wir nur 3,5 von den 4,5 Zimmern genutzt. Scotty hat also bei der Anfrage für den Umzug (zugegebenermassen sehr spät, weil wir sehr lange nicht wussten, ob wir eventuell früher in die neue Wohnung kommen können) angegeben, dass wir einen Umzug für eine 3,5 Zimmer-Wohnung suchen und eine Reinigung für eine 4,5 Zimmer-Wohnung. Das konnte nur zu Verwirrung führen. Ausser man hätte für beides zwei unterschiedliche Unternehmen genommen.

Wir bekamen verschiedene Angebote, ein paar sind tatsächlich auch vorbei gekommen um sich das anzusehen, wobei einem wohl nicht ganz klar war, dass ich von Ende September gesprochen habe und nicht erst Ende Oktober. (Die Firma wurde es dann deswegen nicht…). Fast alle wollten es mit einem 20 m3 Umzugswagen machen, bei dem wir aber beim letzten Mal schon das Problem hatten, dass sie nicht alles reinbekommen haben und zweimal gefahren sind. Deswegen haben wir uns für die eine Firma entschieden, die zwar einen höheren Stundensatz angeboten hat, aber eben auch alles am 30. September mit einem 50 m3 Umzugswagen erledigen wollte – inclusive Reinigung. Start sollte um 6:00 Uhr sein – Aufladen, nach Aufladen Reinigen um 16:00 Wohnung in alten Ort abgeben, und um 18:00 an der neuen Wohnung die Möbel wieder abladen und Schrank und Bett wieder montieren.

Dadurch, dass wir im Vorfeld nicht viel ausgepackt haben, war das Einpacken relativ schnell erledig und so konnten wir Dienstag in Ruhe abwarten. Um 6:00 stand dann auch prompt der Umzugswagen vor der Tür. Leider hatte sich keiner der Mieter an das eigentlich für die Garagensanierung ausgeschriebene Parkverbot in der Tiefgarage und auf den Parkplätzen draussen gehalten, so dass der Umzugswagen auf der Strasse stehen musste. Was zum Ärgernis 1 führte: “ja der Weg ist ja viel länger als angegeben” – wir hatten keinen Weg angegeben, die Wohnung ist im Erdgeschoss und wäre jemand vorbei gekommen, dann hätte er gesehen, wie die Gegebenheiten sind – auch auf Google Maps wäre das schnell zu erkennen. Und dabei haben wir ja schon eine relativ leicht zugängliche Wohnung gehabt. In dem Quartier gäb es noch viel schwierigere Situationen.

Dann kam Ärgernis 2: ” ja sie haben ja angegeben, dass das eine 3,5 Zimmer-Wohnung ist. Aber Sie haben ja 4,5 Zimmer und ein Extra Bad und einen Keller, das steht da nirgends” Wir hatten das telefonisch angegeben. Der Zettel, den der Heini in der Hand hatte, sah anders aus, als der auf dem wir unterschrieben hatten. Ja, aber. Irgendwie wird die Diskussion riesig, aus unserer 100 m2 Wohnung wird plötzlich eine 120 m2 Wohnung und der Umzug soll gecancelt werden.

Wegen der Reinigung? Ich bekam mich fast nicht mehr ein. Der soll unser Geraffel umziehen, wenn er nicht putzen will ist das ok, aber den Umzug soll er doch bitte machen. Ja nein, er weiss ja wie er seinen Job machen muss und die Terassen müssen ja mit Hochdruckreiniger gemacht werden. Nein müssen sie nicht, weil sie abgerissen werden. Und er soll doch bitte jetzt den Umzug anfangen. Nein, wir würden ja nur Probleme machen und am Ende nicht zahlen. Ja aber er muss ja jetzt noch Leute organisiseren, weil bis um 16:00 ist viel zu wenig Zeit für die Leute, die er eingeplant hat. (komisch, ich kenne Leute, die in einer 100 m2 3,5 Zimmer Wohnung wohnen, als ob das viel Unterschied macht….)

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so werden unsere ehemaligen Terassen auch bald aussehen, klar, dass ich da noch unbedingt mit einem Hochdruckreiniger drüber gehen möchte

Also Gut, Geld auf den Tisch gepackt. Anzahlung von 3000 CHF geleistet, einen neuen Wisch unterschrieben, dass die Reinigung (die eh schon teurer angesetzt war als bei den anderen Anbietern) für noch mehr Geld erledigt werden soll.

Dann haben sie doch tatsächlich angefangen einzuladen. Und die Möbel verpackt. Und noch mehr verpackt, damit auch ja keine Kratzer entstehen auf unseren ach so teuren IKEA-Möbeln. Statt der angedachten 4 Stunden brauchen sie natürlich 5,5 (klar wenn man einen Stundensatz bekommt, ist langsames Einpacken in tonnenweise Strechfolie, die der Kunde auch zahlen muss natürlich lohnenswert). Dann fahren sie mit dem Umzugswagen schonmal zur neuen Wohnung. Um 12:30 sehen wir sie dort in der Strasse stehen. Um 13:00 ruft er an, dass er jetzt da ist. Anfahrt müssen wir ja auch als Arbeitszeit zahlen….

Bis um 16:00 hatten wir Zeit. Sind was Essen gegangen, ein Möbelhaus gefahren um nach einem neuen Esstisch zu suchen. Fanden nur Esstische in der Preiskategorie 3000 CHF mit Stühlen um 700 CHF. Gehen wieder und waren kurz vor 16:00 wieder in der alten Wohnung. Da war schon der Vertreter von der Verwaltung da und hat schon angefangen. Er notierte alles und nickte alles ab. Bis auf ein Regal, das uns die Vormieter als nicht zur Wohnung gehörend “überlassen” hatten. Das sollen wir wieder bringen, oder auch nicht oder doch. Er war im Gegensatz zu seinem Kollegen, der uns bei der Wohnungsübergabe nur Stress gemacht hat, sehr freundlich. Wäre das gleich so gewesen, wären wir dort geblieben, aber eigentlich ist die neue Wohnung toller, viel toller. Auch wenn sie aufm Dorf ist.

Um 17:00 Wohnungsübergabe in der neueneuen Wohnung. Hier ist alles schon vorbereitet. Unser Name steht schon an der Tür. Wir werden freundlich empfangen. Gucken uns alles an und um 18:00 gibt es dann Ärgernis 3: Der Möbelwagen ist über ein Stück Gras gefahren und hat, weil es nass war, einen Flurschaden verursacht, welches der Hauswart gesehen hat. Die Dame von der Verwaltung möchte natürlich uns zur Verantwortung ziehen. Wir machen das Umzugsunternehmen verantwortlich und sagen, dass seine Versicherung das regeln soll. Nach weiteren hin und her fangen sie an abzuladen. Um Zeit zu sparen (kostet ja alles und sie wollen ja eigentlich um 22:00 wieder in Zürich sein) sagen wir ihnen, dass sie die Möbel nicht auspacken brauchen und alle Kisten in ein Zimmer und alle Möbel ins Wohnzimmer stellen sollen, ausser dem Schrank und dem Bett, die sie ja montieren sollen.

Das Bett wird montiert. Das Babybett schaffen sie nicht durch die Tür zu bringen, weil sie es kippen. Die Erklärung, dass das Bettchen höher als breit ist, verstehen sie nicht. Es landet dann auch im Wohnzimmer.

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Wir wissen eh noch nicht so ganz, wie wir das Wohnzimmer einrichten wollen. So verpackte Möbel sind doch auch sehr stylisch oder?

Dann kommt Ärgernis 4: “Den Schrank können wir nicht montieren, er ist zu hoch” ja klar, die Deckenhöhe ist hier 2,41 m. In der altenalten Wohnung war die Deckenhöhe 2,39 m. Wieso sollte der Schrank dann jetzt nicht passen? “ja da muss doch noch ein Sockel drunter”, ja aber der ist innenliegend, die Seitenwände sind die Gesamthöhe. Nach all dem Ärger, und es war ja schon fast 21:00 Uhr, wollte ich die blöden Umzügler nur noch loswerden. Fazit: Schrank nicht montiert. Immerhin lassen sie uns das Bodenschutzvlies und den Kleiderkarton und eine Decke da, die sie tatsächlich nicht berechnen.

Fix und fertig sind wir dann mal ins Bett gegangen, das haben sie immerhin montieren können. OK, drei Tage später haben wir festgestellt, dass sie auch da geschlampt haben und ich Glück hatte, nicht eine Etage tiefer zu schlafen.

Mittwoch kam dann U. um den Schrank aufzubauen. Und wir haben dann mal angefangen auszupacken (davon gibts ein paar mehr Bilder, weil PMMD – Post folgt) und wir waren beim Möbelschweden, schliesslich stellt sich bei manchen Sachen da doch ein Bedarf ein (Esstisch zB. der bezahlbar ist, und wo es nicht tragisch ist, wenn es zwei Kleinkinder gibt, die da drauf rummalen.)

Donnerstag weiter auspacken, Freitag folgte dann das nächste Ärgernis (5). Im Lauf des Vormittags klingelt es an der Tür. Ja Lieferung 5 Pakete. “von wem?” “[Firma bei der wir das Bett bestellt hatten]” “ah ok, ich dachte, Sie rufen vorher an um Termin auszumachen, aber ok, wir sind ja da und juhu Bett.” “tja, keine Telefonnummer” hmpf.

Lieferung ging nur bis erste verschlossene Tür, also durfte Scotty den sauschweren Rest bis in die Wohnung alleine schleppen. Beim Auspacken stellen wir fest. Das Bett ist nur 160 cm breit, immerhin haben sie auch die passenden 80 cm Lattenroste mitgeliefert. Doof nur, dass wir es eigentlich in 180 haben wollten und eine entsprechende Matratze bestellt haben….

Wir gucken dann mal auf die Bestellbestätigung. Graah, hätten wir die genauer angesehen, hätten wir gesehen, dass wir das falsche Bett bestellt haben. Also erstmal die Firma anrufen (in Belgien ist ja zum Glück auch kein Feiertag) “Diese Nummer wird nicht bedient” WTF? also gut, Mail geschrieben, zusätzlich auch nochmal über das Kontaktformular kontakt aufgenommen.

Die haben immerhin dann auch freundlich reagiert und sehr kulant angeboten uns ein neues richtiges Bett zu liefern, zum halben Preis, damit wir versuchen können, das falsche Bett hier in der Schweiz selbst zu verkaufen um einen Teil des Preises zurück zu erhalten. Bevor wir uns die Mühe machen, das Bett wieder zu verzollen und auszuführen, was locker mal 800 Euro kosten würde…. Wer von den Schweizern also gerne ein Metallbett in Mattschwarz und Breite 160 cm haben möchte, darf sich gerne bei mir melden. Preis ist verhandelbar, aber verschicken kann ich es nicht.

Heute haben wir dann aufgeräumt, bzw. Scotty hat aufgeräumt, während ich schwimmen und einkaufen war und wir haben D.s Zimmer soweit leergeräumt und eingerichtet, dass sie ab heute dort schlafen darf. Mal sehen ob das gut geht.

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Kinderzimmer, noch sehr rudimentär eingerichtet. Aber hey, es ist der einzige Raum mit Vorhängen

 

Bilder gibt es dann im PMMD-Post und wenn ich dann mal einen Status habe, wo ich sage, dass man das herzeigen kann. Und meine grosse Kamera dafür verwende.