Elternteam

Julie klickt sich durch Geborgen Wachsen und stellt die Frage, die Susanne in diesem Artikel gestellt hat weiter.

Ich blinzelte als ich das las, schon verwirrt, wie jemand eine solche Frage (“Macht der das mit?”) überhaupt stellen kann.

Es ging um die Frage, ob der Mann denn das alles mit dem Tragen und Stillen etc. mitmachen würde.

Ich wundere mich nicht wirklich über die Frage. Auch wenn ich selbst nie in die Verlegenheit gekommen bin, diese Frage gestellt zu bekommen. Die meisten Fragen die ich bekomme sind eher im Sinn von: “wie machst du/ihr das mit xy?” Aber ich gehöre ja auch zu den Leuten, die im Umfeld nicht ganz so viele Menschen haben und nach aussen hin wirken wir ja wie “Standard-Eltern” vom Tragen mal abgesehen.

Aber liest man sich so durch die üblichen Mütterforen (irgendwoher muss man sich ja Inspiration für Erziehung holen) findet sich häufig ein Thread zum Thema “mein Mann….” Lästerthreads in denen sich die Mütter über ihre Männer aufregen oder sich über ihr Verhalten freuen. Grosses Thema oft “Haushalt” aber manchmal auch durchaus die Erziehungsdiskrepanzen. Männer die nicht aufräumen oder wollen, dass ihre Frauen doch bitte endlich aufhören mit Einschlafstillen etc.

Daher wundert mich die Frage also nicht wirklich. Es gibt sicherlich Männer (und ebenso Frauen) die dem vermeintlichen Verhätscheln durch Tragen/Stillen/Familienbett kritisch gegenüber stehen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass solche Fragen auch von Frauen gestellt werden, die vielleicht eigentlich gerne würden, wo sich der Mann aber in einer Diskussion dem entgegengesetzt hat und sie sich hat überreden lassen.

Aber das ist natürlich reine Spekulation.

Aber wir (also Lieblingsmensch und ich) haben erst gestern mal wieder darüber gesprochen, dass andere Paare ein ganz anderes Verständnis vom “Paarsein” haben als wir.

Bei uns ist es sehr ähnlich wie bei Julie. Vertrauen und Offenheit ist unsere Basis. Entscheidungen die Auswirkungen auf unser gemeinsames Leben haben, werden gemeinsam gemacht. Ob das die Entscheidung in die Schweiz zu gehen, zu heiraten, die Aufgabe des Jobs oder der Suche danach sowie die Annahme eines Jobangebots bei dem das Familienleben zu leiden hat, ist, wird grundsätzlich zusammen abgewogen, diskutiert und besprochen. Wobei aber natürlich auch jeder die Möglichkeit hat eigenes zu machen. Wir machen zwar vieles gemeinsam, aber wir müssen nicht. Auch wir sind unabhängig voneinander unterwegs.

Und selbstverständlich gilt das auch für unseren Umgang mit den Kindern. Wir versuchen dabei einen Weg zu finden, bei dem wir uns beide wohl fühlen, welches den “Hauptweg” darstellt. Die Nuancen sind dann abhängig von den Personen die miteinander interagieren. So geht mein Lieblingsmensch mit dem Frühlingskind anders um als ich und hat für das Herbstkind einen anderen Weg es in den Schlaf zu begleiten als ich, nicht nur, weil er nicht Stillen kann. Und die Kinder sind ja an sich schon unterschiedlich, also muss man ja auch für jedes Kind wieder einen eigenen Weg finden. Klar kommt es zu Kompromissen, wenn wir uns nicht einig sind, wobei das eher selten vorkommt. Auch versuchen wir nicht etwas zu untergraben, was der andere angefangen hat. Dazu ist Kommunikation essentiell. Also reden wir auch viel miteinander.

Es gibt aber nichts, was der andere nicht kann nur die Ausführung ist manchmal unterschiedlich. Aber wir reden uns dann auch nicht rein.