#wmdedgt im Februar 2020

Ach, das mit den guten Vorsätzen läuft schon mal nicht. Aber gut. Der Januar ist zwar jetzt vorbei, aber ich habe ja noch 11 weitere Monate in denen ich vielleicht doch wieder mehr blogge. Immerhin mache ich wieder mit bei Frau Brüllen, die wie immer am 5. wissen will, was die Leute so treiben.

Heute steht eine Schulung für mich an. Aber davor steht das schultägliche Morgenprogramm. Erst Frühlingskind wecken und mit Frühstück und Znüni versorgen. Das Frühlingskind mit mehr oder weniger Nachdruck dazu zu bringen sich anzuziehen und rechtzeitig aus dem Haus zu bekommen. Während die “Zieh dich an, du musst jetzt los” Diskussion noch läuft, das Herbstkind wecken und mit dem versorgen, was andere als Naschen und das Kind als Frühstück definiert.

Das Herbstkind hat heute Waldtag, also mache ich noch eine Thermoskanne Punsch. Um das Herbstkind zum Anziehen zu überreden machen wir “Ich ziehe mir x an, also ziehst du dir jetzt auch x an”. Am Ende stehen wir beide angezogen da. Ich helfe dem Kind noch in die Schneehose und warme Jacke. Um 8:25 bin ich dann erstmal alleine.

Ich lüfte, putze im Schnelldurchgang das Klo, werfe die Spülmaschine an und gehe selbst noch kurz zum Dorfladen. Wieder zurück bereite ich schon mal zum Teil das Mittagessen vor. Die Schulung soll bis 11:45 dauern und das Herbstkind will momentan um 11:50 wieder vom Kindergarten abgeholt werden.

Noch kurz Fegen und rumliegendes Spielzeug aufsammeln und schon klingelt es an der Tür. Ich lasse mir die spezifischen Details zur Homepage vom Chor erklären. Die Schulung dauert dann doch nur eine gute Stunde. Der Spezialist hatte mit weniger Vorkenntnis gerechnet und war froh nicht so sehr ausholen zu müssen.

Ich versacke noch kurz in den sozialen Medien und schon geht es wieder los, das Herbstkind holen. Das war gar nicht im Wald. Auf dem Heimweg verstecken wir uns voreinander hinter parkierten Autos.

Ich werfe das vorbereitete Essen zusammen und schieb es in den Ofen. Das Herbstkind darf die Zeit bis zur Ankunft vom Frühlingskind mit YT überbrücken. Es findet ein Video zu einem Paw Patrol spiel.

Nach dem Essen, wollen die Kinder das Spiel spielen. Ich finde es erst nicht. Das Herbstkind darf auf die Nickjr. Seite gehen. Leider wird davon auch das Frühlingskind abgelenkt. Also gibt es erstmal keine Spiele, sondern das Frühlingskind macht Hausaufgaben.

Diesmal läuft das gut, und ich lasse die Kinder nochmal das Video zeigen, damit ich weiss, wonach ich suchen soll. Es stellt sich als App heraus. Das Frühlingskind zahlt sie vom Taschengeld.

Der Sirenentest erschreckt mich mal wieder. Ein Blick auf die Uhr (13:30) und die Realisierung, dass heute Mittwoch ist erklärt das Geräusch. Nachdem Sirene bei mir ja auch noch immer das “Einsatz! Los!” auslöst habe ich einen etwas erhöhten Adrenalinspiegel. Statt wie üblich erstmal abzuhängen und Tee zu trinken kümmere ich mich um die Wäsche. Ich warte auch auf eine Person, die mir etwas abkaufen will. Um 14:00 will sie da sein. Um 14:20 bekomme ich dann die Nachricht, dass etwas dazwischen gekommen ist. Ob sie es auch am Abend holen kann. Na mal sehen ob das noch was wird.

Ich lese neben den Tee – den ich mir doch gemacht habe – auf Twitter über die Wahl in Thüringen und könnte kotzen.

Was mich daran erinnert: Liebe Schweizer, Falls ihr nicht schon per Briefwahl das “Ja” für den Diskriminierungsschutz gemacht habt, denkt dran, das bitte noch auf den anderen möglichen Wegen nachzuholen. Nur weil ihr meint, dass ihr ja nichts gegen Schwule und Lesben habt, heisst das nicht, dass andere das auch so sehen.

Ich gebe dem Filzbild vom Frühlingskind einen Rahmen. Es meint es wurde aus Schäfchenwolle gemacht und zeigt einen Wald mit Apfelbäumen und Himbeerstrauch.

Ich versuche die Kinder zu überreden die App in ruhe zu lassen und raus zu gehen. Ich bekomme zwar das Telefon nicht zurück, aber raus gehen die Kinder davon nicht. Das Frühlingskind meint, ich könne nähen. Es hilft dann auch Schnittmuster auszuschneiden. Die Katze “hilft” auch.

Irgendwann schlägt dann doch der Wohnungskoller zu. Das Frühlingskind wird nervig, spuckt das Herbstkind an, versucht mir das Handy aus der Tasche zu ziehen.

Ich erinnere mich daran, dass wir eigentlich geplant hatten zu backen. Die Kinder haben vor kurzem herausgefunden, dass “Kochen mit Petterson und Findus” ein Kochbuch ist. Sie hatten sich zwei Rezepte herausgesucht. Ich habe die Zutaten bis auf zwei gekauft.

Für die beiden Zutaten schaffe ich es dann doch die Kinder aus dem Haus zu bekommen um zumindest im Dorfladen zu gucken, ob sie das haben.

Sie haben eins (Safran) das andere nicht, damit wird quasi festgelegt, dass wir Luciabrötchen backen. Eigentlich ist es schon fast zu spät. Wir machen den Teig, lassen ihn übers Abendessen gehen und machen die Brötchen, so dass sie als Betthupferl fertig werden.

Safran macht die Milch gelb
Mehl brauchen wir natürlich auch
Mit Eigelb wirds noch gelber

E. ist dann auch zu hause. Die Kinder sind noch nicht wirklich kooperativ um ins Bett zu gehen. Ich gebe mich der allgemeinen Unlust hin und übe kurz Gitarre. Dann raffen wir uns auf und bringen die Kinder ins Bett.

Die Person hat sich auf meine Frage wann sie denn heute Abend kommen möchte, natürlich nicht mehr gemeldet. Genau so wenig wie die andere Person die an einem anderen Teil interessiert wäre. Ja so wird das nichts mit Zeug loswerden, was ich nicht wirklich wegwerfen will aber auch nicht mehr brauche.