Tagebuchbloggen: erster Tag Homeschooling

Ab heute hatte das Frühlingskind keine Ausrede mehr. In einer Mail von der Lehrerin gab es ein Login für die schabi.ch (Schule am Bildschirm). Dort haben die Lehrerinnen für jeden Tag Aufgaben aufgeschaltet. Passend zum Material, welches wir gestern abgeholt hatten.

Das Herbstkind war etwas quengelig und durfte daher erstmal “Blaze” gucken. E. hatte ein Meeting. Und das Frühlingskind möchte Dauerbegleitung. Da ist noch nicht viel mit “ich bearbeite das alleine”.

Erste Aufgabe. Rechenstreifen ausschneiden

Ich habe mit den ganzen Strukturdingen (die ich zwar letztens erwähnt habe, aber nicht wirklich ausführlich erläutert habe) ein Problem. Ich hätte gerne eine, aber diese wird meistens in irgendeiner Weise von irgendjemanden (=mir) auch gleich wieder vergessen. Letztendlich ist es auch so, dass es für mich unglaublich viel Energie frisst mich an die vorgegebene Struktur von Schule und anderen Terminen zu halten, aber ohne werde ich dann oft schlecht gelaunt, weil ich das Gefühl habe, dass ich so viel mehr hinbekommen würde, wenn ich es strukturierter hätte.

Also muss ich meine Ansprüche herunter schrauben. Niemand erwartet, dass die Aufgaben genau zwischen 8:10 Uhr und 11:50 Uhr gemacht sind. Es gibt ja auch keine anderen Termine zu denen wir zu einer bestimmten Zeit hin müssen. Also sollte es auch für mich OK sein, wenn die letzte Aufgabe erst kurz vor dem Schlafengehen gemacht wird und die Konzentrationsspanne halt nicht reicht um den ganzen Teilbereich zu machen.

Wir finden dann auch gleich mal den ersten Fehler

Das Frühlingskind war motiviert. Die Rechenstreifen wollte es eh schon mal ausserhalb der Schule haben und ich wollte selbst welche machen.

Nach dem Rechnen gab es eine kleine Pause. Das Kind hüpfte auf dem Bett herum. Dann ging es weiter mit Schreiben üben. Das “sch” war dran. Mir geht das Lied nicht mehr aus dem Kopf “Wie gut, dass man das SCH erfand, das SCH ist wirklich wichtig”

Während das Kind schreibt, sitze ich daneben und male aus.

Doch die erste Krise stand an. Nachdem es drei Zeilen Sch geschrieben hatte (und die vierte gekonnt ignorierte) sollte es bei den Wörtern herausfinden wo im Wort das “sch” ist. Es war frustriert weil es in “Rutsche” kein sch fand. Es gab Verwechslung mit “st” und anscheinend habe ich das Wort auch nicht deutlicher aussprechen können, das das Kind das “sch” finden konnte. Es floss vom Stuhl. Tränen flossen aus den Augen. Ich tröstete erstmal und schlug vor eine der anderen Aufgaben zu machen.

10er Bingo. Würfeln, und die Zahl wegkreuzen, die man braucht um auf 10 zu kommen.

Wir spielten also eine Runde. Dann kam der kleine Hunger. Das Kind wollte die nächste Aufgabe vorziehen. Auch OK. Die Aufgabe: “Mache ein gesundes Zvieri für die Personen in deinem Haushalt. Fotografiere es, und schicke das Bild an deine Lehrperson” Statt Zvieri gab es also Znüni (um 10:45..)

Bild vom Frühlingskind. Znüni mit Apfelschnitzen, Mandeln, Weinbeeren und Baumnüssen

Nachdem es Znüni gab, war wohl auch gerade die 10 Uhr Pause. Das Frühlingskind ging raus. Das Herbstkind weigerte sich, wollte weiter fernsehen. Hmm.
Ich holte schnell die Post aus dem Briefkasten. Auch für das Herbstkind gibt es jetzt Aufgaben. Das Kind war noch gar nicht begeistert. Eher noch immer quengelig.
Das Frühlingskind war dahingegen wieder motiviert genug und hat die Sch-Seite fertig gemacht und noch ein halbes Aufgabenblatt. Die zweite Hälfte habe ich als “Hausaufgabe” auf den Nachmittag gelegt.

Aufgaben und Bastelmaterial vom Kindergarten

Die Essensplanung ist momentan ein bisschen auseinander gefallen. Nachdem die Kinder unter der Woche Mittags nur mit mir Essen und wenig mögen, mache ich meistens nur sehr einfaches Essen. (Nudeln mit Käse, Spinatnudeln, Spätzle mit Tomaten und Sosse…. ) Ich habe meistens keine Lust da viel Aufwand zu betreiben und dann lange Gesichter zu sehen und Essen das übrig bleibt. Jetzt da E. da ist, lohnt sich Aufwand. Aber es wäre schon gut, vor 12:30 zu wissen, was denn eigentlich auf den Tisch kommen sollte. Wir vertagten das warme Essen (Pizza) auf den Abend. Brot war aber alle, und so ging ich kurz zum Dorfladen um das und Zutaten für’s morgige Mittagessen zu holen.

Schnellmassnahmen im Dorfladen. An der Kasse gibt es eine Wartelinie.

Dort war zum Glück nicht viel los und die Menschen, die da waren, haben gut Distanz gehalten.
Nach dem Essen durfte auch das Frühlingskind etwas Fernsehen und Pokémon spielen. Das Herbstkind wurde sehr kuschelig und sehr heiss…. Fieber. Kein wunder, dass da ausser Serien gucken nicht viel geht.

Ich habe dann wieder ein bisschen Lego gebaut. Als ich einen Aufkleber mit Leim neu geklebt habe, ist dem Frühlingskind eingefallen, dass wir noch das Piratenschiff weiter basteln könnten.

Ein Piratenschiff entsteht.

Danach gab es noch ein bisschen mehr Lego für mich, mit kuscheligem Herbstkind. E. hatte sich hingelegt und ich habe das Herbstkind dazu überredet sich dazu zu legen. Ich konnte mich dann mit der Katze kurz in die Sonne setzen.
E. und das Frühlingskind haben dann zusammen die “Hausaufgaben” gemacht. Yay. Alle Schulaufgaben hinbekommen. Die Lehrerin antwortete dann noch per Mail, dass das Kind tolle und gesunde Dinge gefunden hatte für das Znüni.

Und Pizza gab es dann auch noch.