Tagebuchbloggen: erste Woche ohne Schule ist rum

Der Tag beginnt bizarr mit einem Anruf mitten in der Nacht. Das ist grundsätzlich schon immer beunruhigend. In diesen Zeiten noch mehr. Es ist die Kantonalspolizei, die E. erklärt, dass sie eine tote Katze gefunden haben und der Chip uns als Besitzer anzeigt. E. fragt nach dem Ort. Sie stehen an der Autobahn in der Nähe von dem Ort, an dem wir vor 5 Jahren ein paar Monate gewohnt haben und uns unser Kater abhanden gekommen ist.
Jetzt hat sich also mein Kopfkino bestätigt. Er hat also noch 5,5 Jahre dort irgendwie überlebt und das Ende, das ich befürchtet hatte kam also später als ich es dachte. Irgendwie gibt mir das Wissen Ruhe. Ich bin trotzdem traurig. Ich hätte ihn natürlich lieber früher und lebend wieder bekommen. Mach’s gut am anderen Ende der Regenbogenbrücke :'( Onyx.

Jetzt haben wir also eine kleine Ahnung was mit dir geschehen ist. Wir werden dich vermissen, so wie wir dich auch schon die letzten 5,5 Jahre vermisst haben

Die Nacht ist weiterhin unruhig. Die Kinder waren bei uns, und die Decke hatte sich verdreht. Das Herbstkind hat noch immer Fieber.

Der Schultag läuft etwa ähnlich wie gestern. Das Herbstkind darf fernsehen und das Frühlingskind und ich machen Schulaufgaben. Ich lese vor, was die Aufgaben sind und es darf wählen welche Aufgabe es machen will. Bei manchen Aufgaben macht es sich das leicht. Aber gut, dafür ist es ein Grundschulkind. Die Zusatzaufgabe ist spannender als die eigentliche Aufgabe.

Kreidemalen im Auftrag der Schule

Und so gehen wir raus und malen mit Kreide auf den Gehweg. Ich habe momentan nur kleine Kreiden zu Hause. (und später vergesse ich dann auch noch die grösseren zu holen).

Das Kind ist super gesprächig. Es erklärt mir, dass es neue Pokémon erfinden will. Das gezeichnete ist ein Psycho-Pokémon, während es seine Attacke ausübt.

ein Psycho-Pokémon

Drinnen geht es dann weiter mit Reimwörtern und Mathespielen. S- und Z.

Mathespielchen

Letzte Aufgabe des Tages: eine Sprachnachricht and die Lehrperson schicken und dabei Feedback geben über die Aufgaben. Welche waren schwer, welche leicht, hat es viel Hilfe gebraucht. Welche Aufgabe fände es cool selbst zu machen. Wir testen also Mikro hier. Vielleicht nehmen wir doch mal einen Podcast auf, wie Merkel es gestern vorgeschlagen hat. 😀

Das Mittagessen verspätet sich, weil Zeit falsch eingeschätzt. Gibt es also Nudeln. Anschliessend spielen die Kinder mit E. noch ein bisschen Pokémon. E. setzt sich noch raus. Die Kinder sind eher am rumhängen. Spielen Lego.

Ich geh einkaufen. Auch wenn wir uns eher abschotten. Essen brauchen wir schon. Und eine Handcreme, die auch für Kinder geeignet ist. Also Auffüllen ist angesagt. Die Supermärkte haben Plexiglasscheiben an den Kassen, die Menge an Kunden ist beschränkt. Teilbereiche (Dekokram, Unterhaltungselektronik, Kleidung ausser Unterwäsche, Socken, Kinderkleidung) sind mit Bändern abgesperrt. Die Floristik ist zu. Klopapier (zumindest in einem Laden) und Cornflakes fehlen. Klopapier haben wir aber noch 😉

Gegen Abend wird die Langeweile bei den Kindern gross. Ich schlage die Anton-App vor. Das Herbstkind will, braucht aber Hilfe. Das Frühlingskind will lieber am Schiff weiter basteln. Aber es hilft zwischendrin dem Herbstkind.

Es wird weiter gebastelt

Lange halten sie nicht durch. Das Herbstkind hat Kopfweh und wieder Fieber. Das Frühlingskind hat Bauchweh und auch Kopfweh. Wobei ich das eher mit der Ernährung und Flüssigkeitszufuhr zusammenbringe als mit diesem Virus….

Immerhin hat es zur Folge, dass beide Kinder tatsächlich um 21:00 Uhr schlafen. Die Katze ist auch schon ganz müde. Ich schliesse mich da an.

müdes Katzi