Tagebuchbloggen: jetzt mit zwei Kindern

Also nicht, dass ich nicht letzte Woche auch schon zwei Kinder hatte, aber heute war das Herbstkind wieder fitter und auch gewillt Dinge zu machen.

Und ja, war erstmal blöd. Denn das Frühlingskind macht ja nicht einfach selbstständig die Aufgaben, sondern ich muss dabei bleiben. Wobei, ganz fair ist das nicht, denn heute ging viel ohne Hilfe, aber ob es ohne mich daneben gegangen wäre, weiss ich nicht.

Letztendlich parke ich das Herbstkind doch vor einem Monitor und biete die Mausapp an. Das Frühlingkind ist motivier. Es fängt mit den Rechenaufgaben an. Diesmal sind zwei Logico-Blätter zu lösen und es kann sich selbst korrigieren (ähnlich wie beim Minilük) Ich muss also erstmal nichts machen.

Rechnen üben

Auch die anderen Rechenaufgaben sind schnell gelöst. Nächste Aufgabe: mache 15 min im Leseheft. Also Wecker gestellt. Ich fürchte schon das blockierende Kind. Aber diesmal sind es kurze Wörter, die mit dem jeweiligen Bild in Verbindung gebracht werden müssen oder gezeichnet werden. Nach 15 ist das Kind erlöst. die letzte Aufgabe lässt sich auf der HP nicht öffnen. Also verschieben wir die auf später.

Das Kind wollte als Bewegung noch einmal tanzen. Also Musik an und Tanzen.

Die Matten sind dafür das, dass stehendes Tanzen und Tanzen auf dem Boden getrennt sind… wurde dann aufgehoben

Nachdem ich ausser Atem bin habe ich dann auch Zeit für das Herbstkind. Zwischen Ausdrucken von der letzten Aufgabe, die dann per Mail geschickt wurde und dem Frühlingskind, das noch immer tanzen will bereite ich das Zeug fürs Herbstkind vor. Wir hatten einen grossen Umschlag mit Bastelmaterial bekommen. Das Herbskind schnappt sich schon die Schere bevor ich erkläre was damit eigentlich gedacht war.

Ich lese das Märchen von den Hühnchen und dem Wolf vor. Ich finde es grausam. Das Herbstkind findet es cool. OK? Kinder nehmen sowas anscheinend einfach anders wahr. Aber gut, am Ende überleben die Hühner, weil sie ein gutes Haus haben. Passt ja fast, in Zeiten, wo es irgendwie auch gerade wichtig ist, ein Haus zu haben, in dem man sich verstecken kann. Meine Gedanken sind da auf Lesbos und bei den Obdachlosen….

Das Kind bastelt also Hühner. Das andere lässt sich anstecken und bastelt Küken und Eulen (die ich noch gar nicht fotografiert habe).

Ich habe erstaunlich viel Bastelmaterial. Dafür, dass ich mich lange für ungeschickt in der Richtung hielt. Aber so können Hühner mit Wackelaugen und Federn geschmückt werden

Dann ist es auch schon fast Zeit für’s Mittagessen. E. soll kochen. Wir stellen fest, dass wir noch was brauchen und auch Brot alle ist. Also geh ich kurz ins Dorf in den Laden. Die Kinder basteln weiter.

Nach dem Essen verschwindet E. wieder in der Cave. Die Kinder malen mit der Switch. Die Katze ist die einzige, die gerne draussen ist. (es ist kalt)

Flausch the curve

Der Nachmittag ist unspektakulär. Die Kinder wollen irgendwann auch mit richtigen Stiften malen. Ich räume ein weiteres Fach vom Bastelschrank auf. Die Kinder beschäftigen sich mit, malen Lego und Switch, ich mit malen, Lego und Aufräumen. Ich vergesse dem Frühlingskind noch die letzte Aufgabe vorzulesen. Da es aber eine Wochenaufgabe ist, finde ich das jetzt nicht tragisch.

Am Abend ruft noch die Kindergärtnerin an, will wissen wie es läuft. Im Lauf de Woche kommt dann vermutlich neues Material. Es ginge ihr darum, dass die Kinder wissen, dass das jetzt nicht Ferien sind, sondern der Kindergarten weiter ein Bestandteil ist. Am Ende meint das Herbstkind, dass es gerne mit der Lehrperson telefonieren will. Ich erkläre, dass wir das gerne diese Woche machen können und ihr dann zeigen können, was für tolle Hühner wir gebastelt haben.

Ich finde es spannend, wie die Lehrer sich Gedanken machen und Material liefern. Denn so ist “Homeschooling” ja gut machbar. Wenn ich jetzt selbst erfinden müsste, wie ich meinem Kind die Inhalte vermitteln kann, wäre ich aufgeschmissen – oder es würde sehr viel weniger rüber kommen. Weil ich mehr Zeit mit den vielen Möglichkeiten verbringen würde, als tatsächlich mit dem Kind was zu machen.