Tagebuchbloggen: #TransDayOfVisibility

Eigentlich wollte ich mehr zum Trans Day of Visibility schreiben. Eigentlich auch auf Englisch, weil ich weiss, dass ein paar hier lesen würden, wenn es nicht in deutsch wäre. Aber.. Ich bin müde und dann mein English is getting bad und so.

Ich möchte aber kurz um Willen der Sichtbarkeit erzählen, dass das Frühlingskind, welches hier mehr oder weniger gut durch das remote schooling kommt, ein trans Junge ist. Dass E. von der ich hier öfter schreibe und unser Haushaltseinkommen im Homeoffice verdient, auch trans ist.

Beide haben den Vorteil, dass ihre Familie also ich und das Herbstkind und auch meine und E.s Eltern unterstützend sind. Aber auch, dass die Schule gut mitgemacht hat und die Firma E. für die Arbeit, die zoe leistet, und das Wissen das zoe mitbringt zu schätzen weiss und E. nicht aufgrund zoes Identität schlechter behandelt. Ja das ist ein Privileg.

Stellt euch jetzt vor, was für Spannungen für trans Kinder in der jetzigen Situation entstehen, die keine Unterstützung in der Familie haben. Die nur ausserhalb Möglichkeiten haben sich selbst zu sein. Die Jugendlichen, die jetzt keine medizinische Unterstützung bekommen, weil sie nicht aus dem Haus können, weil medizinisches Personal gerade andere Sachen voranstellt. Ich denke an euch.

Aber auch möchte ich hier eben erzählen, dass das Leben von einem trans Kind, das die benötigte Unterstützung bekommt, ein normales bis langweiliges ist. Das Thema trans ist hier kein häufiges Thema. Es war eins, als wir im Kindergarten den Namen angepasst haben. Es war kurz eins für Umkleidesituationen im Schwimmunterricht. Das fällt jetzt ja weg. Und sonst. Es muss nicht darüber diskutiert werden. Das Kind darf einfach sein und hat so die Möglichkeit, ohne von diesem Thema belastet zu sein, diese auf andere Weise belastende Situation zu meistern.

Das Herbstkind ist übrigens ein cis Mädchen und wird aufgrund der kurzen Haare sehr viel öfter misgendert als das Frühlingskind, das sich ja im aussehen an die cis Jungs angepasst hat.

Und so fängt unser Tag noch einmal spät an. Ich habe heute Gitarrenunterricht. Mein Lehrer meinte, er sitzt weiter weg als im Taxi. Wir sind zu zweit im Raum, er stellt Desinfektionsmittel und Waschbecken zur Verfügung.
Ich erhoffe mir von den Kindern, dass beide je eine Aufgabe aus der Schule und dem Kindergarten machen, bevor ich los möchte.
Tja, die Plattform, die unsere Schule nutzt, ist um 9:00 Uhr wohl sehr beliebt.

Tja, remote schooling geht so halt leider nicht.

Also greife ich auf die nicht ganz so digitalen Aufgaben aus dem Kindergarten zurück und das Schulkind darf dem Kindergartenkind helfen.

Das hält natürlich nicht lange, und da E. am arbeiten ist, dürfen die Kinder das tun, was sie am liebsten tun und sich vor einen Bildschirm setzen.

Ich schwinge mich aufs Rad und fahre bei Eiseskälte und Sonnenschein zum Gitarrenunterricht.

Da oben hat’s geschneit. Hier unten ist alles grün.

Die Seite funktioniert noch immer nicht richtig und ich muss dann eh erstmal Mittagsessen basteln. Also dürfen die Kinder weiter gucken. Immerhin macht das Frühlingskind eine Sportstunde draus.

Bewegung!

E. hat heute ein grosses Paket bekommen. Das Homeoffice wird noch mehr gepimpt. Die Kinder fangen an das Verpackungsmaterial zu zerknallen.

Ich schicke sie raus.

“Peng”

Nachdem alles kaputt geknallt ist, und die Rutsche nicht mehr so spannend ist, lese ich noch eine Runde vor. Draussen, im Sonnenschein.

Auch E. hat in den letzten Tage ein bisschen Lego gebaut. Das Frühlingskind freuts

Lego

Die Seite von der Schulplattform geht wieder. Ich kann dem Frühlingskind also die Bastelaufgabe geben.

Bastelaufgabe

Das Kind beklagt sich über den Lärm. E. bohrt und saugt. Das ist natürlich nicht hilfreich, vor allem, weil es wirklich wirklich gerne diese Bastelaufgabe lösen will. Es wird frustriert, weil es nicht direkt klappt. Also wird erstmal noch eine andere Ablenkung gefunden.

Ein Karton zum zerschneiden

Nachdem die Löcher gebohrt und der Sauger weggeräumt ist, Schlage ich dem Kind vor, dass es vielleicht wieder ins Schlafzimmer gehen sollte mit dem Basteldings. Es verschwindet und es ist sehr lange weg. Ich nutze die Zeit um zu nähen. Das Kind kommt zurück.

Der Schmetterling ist fertig, und das Kind würde am liebsten noch ein paar dazu machen.

Und ich bin dann auch fertig.

2 Shirts fürs Herbstkind

Ich schaffe es sogar noch die Motivation vom Frühlingskind zu nutzen um die weiteren Aufgaben von der Schule zu machen. Dann ists auch schon Zeit für Bett.