Tagebuchbloggen: Trauerfeier auf Distanz

Heute war komisch. Gestern war komisch. Gestern ist es spät geworden und so hat E. sich den Wecker erstmal auf später gestellt.

Ich lass die Kinder auch erst mal. Nachdem ich gestern so genervt war ist meine Strategie “nichts erwarten – dann kann ich nur positiv überrascht werden” oder so.

E. hat gestern Abend das sich selbst geschenkte Geschenk an der Wand installiert. Es sind so Lichtdreiecke, die ggf auf die Geräusche im Raum reagieren.

Die Kinder:

Als E. sich anzieht kommt aus dem Schlafzimmer ein sehr lauter Schrei. Und sehr lautes Gefluche. Die Kinder sprechen dann das mehrfach wiederholte “What the Fuck!” natürlich nach. Sorry, unsere Kinder sind die, die euren das Fluchen beibringen werden.

Was war passiert? Eine Wespe hatte es sich in der Hose bequem gemacht und beim Anziehen gleich zweimal zugestochen (natürlich an einer sehr empfindlichen Stelle) und nachdem E. dann noch mit der Hand nachgeguckt hat auch noch einmal in die Hand. Autsch Autsch.

Vor 10 Tagen ist der Freund meiner Mutter gestorben. Heute war die Skype Trauerfeier. Meine Mutter mit Sarg und Pfarrer in München. Meine Schwester mit ihren Kindern in den Niederlanden. Die Kinder von Freund von meiner Mutter auch in den Niederlanden aber in ihrem eigenen Häusern.

Ich mache mich also entsprechend bereit. nehme das Tablet. Noch bevor wir wirklich loslegen bekomme ich einen Bluescreen. Gah

Neustart, weiter geht’s. Das Frühlingskind will gar nicht zuschauen, das Herbstkind setzt sich zu mir. Der Pfarrer hält eine Rede. Nächster Bluescreen. Das Kind verliert das Interesse. E. hat wenig Lust zu arbeiten und hat sich zu den Kindern gesetzt. ich wechsel also in zoes Cave. Nach ein paar Umsteck und Umschaltaktionen kann ich weiter teilnehmen.

Trauerfeier in Zeiten von helfender Technologie bei Pandemie

Nachdem wir auf diese ungewöhnliche Art Abschied genommen haben, nimmt hier das Leben wieder seinen ganz normalen Lauf. Schon seltsam ohne die Anfahrt und das Zusammensitzen im Anschluss.

Aber Kinder leben immer im hier und jetzt und hier und jetzt wird gespielt. Auch E. spielt eine Runde mit und wir besiegen gemeinsam die gefährliche Vampirkakerlake

Kakerlacula

Nach der zweiten Runde ist erstmal schluss. E. muss nochmal zurück in die Cave. Die Kinder schnappen sich das nächste Spiel. Während sie aufbauen gehe ich kurz im Garten Wasser verteilen.

Am liebsten möchte ich mich zur Katze legen. Die macht genau das Richtige.

Die Kinder wollen Catan spielen, ich eigentlich gar nicht, mache aber mit. Leider werde ich hier dezent genervt, die Kinder brauchen ewig für ihre Züge und ich bin nicht konzentriert genug. Aber auch dieses Spiel geht irgendwann zu Ende.

Catan für Kinder

Ich kümmere mich um Wäsche und anderen Kram. Stelle fest, dass ich irgendwie zu wenig eingekauft habe und mache ein schnelles Abendessen.

Danach schnell raus.

Auch E. geht noch raus. Und die Kinder, die den ganzen Tag lieber drinnen sind sind natürlich zu der Zeit, wo es eigentlich Richtung Bett gehen soll motiviert draussen zu spielen. Auch gut.

zwei Wochen kein Regen, in den nächsten Tagen auch keine Änderung in Sicht, aber die Kinder spielen mit Regenschirmen

Die Motivation hält an und sie sind verhältnismässig kooperativ beim Ins Bett gehen. Yay.