genäht: Ein Hemd für’s Frühlingskind

Während mein Kind häufig scheint, als wäre es ihm nicht wichtig, was es anzieht ist, das nicht ganz so. Seit es definiert hat, dass es “Jungskleider” sein müssen, verlässt es sich meistens auf meine Entscheidung schon das Richtige zu kaufen. Aber ich lasse ihm natürlich meistens das letzte Wort und es gibt natürlich auch Dinge die abgelehnt werden. Es weiss aber durchaus sich für Situationen zu kleiden und wenn ich z.B. sage, dass ich gerne mal wieder ein paar schöne Bilder haben möchte, wird der Anzug aus dem Schrank geholt. Oder die Lederhos’n. Es findet also auch Hemden toll. Und hey, warum sollte ich mich nicht mal wieder selbst herausfordern meinem Kind ein richtiges Hemd zu nähen. Mit Kragen und so.
Ich habe mich für das Hemd “Chaplut” von Piexsu entschieden (und selbst gekauft, nix Werbung also). Das ist eigentlich für lange Ärmel. Es stand auf der Wunschliste, die ich öfter mal bei makerist mache.

Und während ich im Lockdown irgendwie super viel genäht habe ist das Hemd auf meiner möchte ich nähen Liste weiter nach oben gerutscht. Neben ganz vielen anderen herausfordernden Projekten. Und so habe ich das Muster dann doch mal gekauft. Und als meine Nähmaschine im Juni immer mehr geklackert hat, habe ich diese in den Service geschickt und die maschinenfreie Zeit genutzt um das mal zuzuschneiden.

ein stück blauer Stoff mit Krankenwagen und Feuerwehrautos auf einer Schneidematte. Ein Teil ist umgefaltet. auf dem Stoff sind Schnittmusterteile verteilt.
alle Teile verteilt

Den Stoff habe ich von meinen Schwiegereltern bekommen. Sie haben zu einer neuen Nähmaschine vom Händler ein paar Stoffe dazu geschenkt bekommen. Das Frühlingskind mochte den. Weil es nur ein guter Meter war, habe ich die Ärmel gekürzt.

Versäubern ging auch, weil Overlock ist da. Die Katze hat in der Zwischenzeit die Projektbox belegt.

Eine Plastikbox in der eine schwarze Katze liegt. Auf der Katze liegt ein stück Stoff mit einem versäuberten Rand.

Als die Katze aus der Box draussen war, habe ich dann da alles eingepackt. Die Nähmaschine war zwar da, aber ich habe in der Zeit einfach mal andere Dinge genäht, die vorwiegend mit der Overlock genäht werden konnten, aber diese haben dann auch noch Abschlüsse gebraucht. Und da war es auch schon Zeit zu meiner Mutter zu fahren. Ferien und so. Dort habe ich dann erst einen Knoten ins Hirn bekommen um zu verstehen, wie diese Knopfleiste mit Biese nun eigentlich gemacht werden muss. Das Video hat null geholfen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass Tutorialvideos fast immer das Böse sind und die Info die ich brauche ca zwei Sekunden zwischen Minute 0 und 25 ist und ich das finden muss, nur um damit nicht geholfen zu werden? Graah (sorry Piexsu, ich bin mir sicher, dass deine aufwändig gemachten Videos von vielen vielen Menschen geschätzt werden – es ist nicht meins, danke daher für die bebilderte Anleitung, die ist super!)

Ein kleines Bügelbrett mit einem zugeschnittenen Teil drauf bei dem ein Falz mit Stecknadeln fixiert ist. Ein Bügeleisen steht mit im Bild.

Meine Schwester hat auch fleissig genäht. Das was viele in Deutschland schon seit März/April gemacht haben und in den Niederlanden und der Schweiz bisher allenfalls empfohlen bzw. seit kurzem im ÖV verpflichtet ist. Masken. Sie hat die Maschine raus gestellt also gibt es draussen Nähen.

In der Sammlung von meiner Mutter gibt es viel Blau, aber kein passendes. Das Kind hat sich dann für ein total anderes Blau entschieden. Juhu, jetzt werden alle Nähte sichtbar….

Ein Garten in dem ein Planschbecken steht. Im Vordergrund ein Tisch auf dem ein Teil einer Nähmaschine zu sehen ist. Darauf wieder der Stoff. Auf dem Tisch steht eine Schachtel mit verschiedenen blauen Garnen

Ich habe letztens gehört, dass man besser keine Ärmel nach 23:00 Uhr einsetzen soll. Vormittags geht auch nicht zwingend besser. Mit PMS erst recht nicht, wenn man dann Sprüche hören darf wie “mit viel Gefühl”… Danke auch. Aber im vierten Versuch sass dann auch der Ärmel. Und einen brauchbaren Abschluss habe ich dann auch hinbekommen.

Ein kurzer Ärmel. Als Abschluss sind zwei parallele Nähte zu sehen.

Und dann kam dieses Projekt zu einem abrupten Halt. Denn ich hatte es geschafft Kragenteile falsch herum zuzuschneiden. Also ging es wieder in die Box und kam mit nach Hause. Und dort hat mich dann der Hyperfocus gepackt und ich habe das Ding an einem Tag fertig gemacht. Auch der Kragen hatte noch einmal Video gucken (und fluchen) und Knoten im Hirn zur Folge.

Ein zusammengesetzter Hemdkragen bevor er an den Rest des Hemds genäht wurde.

Kragen dran und sogar die Fahrzeuge sind richtig gelandet. Dann kam der nächste Knotenmoment. Knöpfe verteilen und Knopflöcher nähen. Was im Bild nicht zu sehen ist: der Saum war unterschiedlich lang bei den beiden Vorderteilen. Also musste ich den auch noch mal neu machen.

fast fertiges Hemd mit angenähten Kragen. Es hat noch keine Knöpfe

Erstaunlicherweise ging das gut. Knöpfe drin. Knopflöcher regelmässig verteilt. FERTIG!

Bild des fertigen Hemdes an einem rostigen Regal.

Das Kind hat es dann auch am Abend anprobiert und war schwer begeistert und hat sich am nächsten Morgen auch überreden lassen, dass ich mit der richtigen Kamera noch ein paar Bilder machen durfte.