Tagebuchbloggen – distance learning für mich

Seit heute – und in meiner Schule seit Samstag – gilt hier für alle Hochschulen Distance Learning. Damit fällt für mich der “ich muss zeitlich zwischen Frühlingskind und Herbstkind aus dem Haus” Stress weg.

Das Herbstkind reagiert auf meine Aussage, dass es relativ warm wird mit einer kurzen Hose. Ich verwehre das, das Kind hat also wieder einen Schrank voller Kleider, die es nicht anziehen will. E. springt ein und das Kind verlässt adäquat gekleidet das Haus. Oder auch nicht, denn die kurze Hose wäre vielleicht doch nicht ganz falsch gewesen.

Bild zeigt eine Wetterstation. Die Innentemperatur zeigt 24°C bei 53% Luftfeuchtigkeit. Die Aussentemperatur ist 23.5 °C mit LO als Luftfeuchtigkeit. Das Datum ist der 2. November und die Uhrzeit 12:41 Uhr,
WTF. Danke Klimawandel

Ich nutze die plötzlich vorhandene Zeit, die ich sonst unterwegs verbracht hätte, mit einen kurzen Spaziergang. Anschliessend geht es ab in das erste Meeting. Wir müssen in kleinen Untergruppen eine Übersetzung bearbeiten. Dafür starte ich auf Skype eine Besprechung. Sogar meine seltsame Kamerasituation funktioniert. Alles gut.
Bis ich in das offizielle Meeting auf einer anderen Platform wechsle. Das ist irgendwie nicht in der Lage, die Kamera zu verwenden, weil ein anderes Programm (aka Skype) die dort ausgeschaltete Kamera nicht hergeben will. Ich mache also nur per Ton mit. Im Skype brauche ich die Kamera dann irgendwie auch nicht, weil wir eh alle auf unsere Dokument gucken. Einstecken, ausstecken, Kamera auf andere (interne) wechseln, wieder zurück. nichts hilft. Letzendlich mache ich dann doch den Laptop auf, habe damit drei Monitore wovon einer den anderen teilweise abdeckt, aber ich werde auch gesehen.

In der Mittagspause starte ich den Rechner neu, werfe Skype und Discord aus dem Autostart, verbiete Skype im Hintergrund weiter zu machen. Nächster Unterricht. Die Kamera mag mich noch immer nicht. Also bleibe ich bei meinen zu vielen Monitoren. Immerhin funktioniert es. Auch die letzte Einheit läuft so.

E. hat heute einen Arsch voll Arbeit, also darf ich die Kinder aus der Betreuung holen. Erst helle Begeisterung, dass ich sie abhole, dann herbe Enttäuschung, weil ich vorher nicht beim Bäcker war. Ups.

Bild zeigt eine Unterlage mit Farbklecksen, darauf ein rotes Schneidbrett. Eine Kinderhand hält einen Teil einer weissen Rübe fest. Es liegen diverse Werkzeuge zum Kürbis-schnitzen herum. Im Vordergrund die verschiedenen Werkzeuge für Linolschnitzen
Der Kauf vom Linolschnitzwerkzeug hat sich gelohnt.

Den Abend verbringen wir mit der Schweizer Kürbisschnitzvariante. Zumindest mit der vom Herbstkind und wir schnitzen ein Räbeliechtli. Nebenbei lese ich auf Twitter die Kommentare über die Anhörung zum Vorschlag des Selbstbestimmungsgesetz, das hoffentlich das TSG (Transsexuellengesetz) ablösen wird. Wenn ich den Namen “Korte” lese, kommt mir die Galle hoch. Er taucht irgendwie immer mal wieder in den Medien (Spiegel) bei Transthemen auf und ich darf dann den verunsicherten Eltern, deren Kinder sich gerade als trans geoutet haben, erst mal erklären, dass seine Herangehensweise überhaupt nicht dem aktuellen Stand der Begleitung von trans Kindern und Jugendlichen entspricht. Gna. Aber sonst scheinen die anderen Expert_innen tatsächlich sinnvolle Dinge gesagt zu haben.

Wir stellen das Räbeliechtli raus.

Bild von einem "Räbeliechtli" eine weisse Rübe die aufgeschnitten, ausgehölt und mit einem Delfin verziert ist. Es ist eine nicht sichtbare Kerze in der Räbe, damit das Licht durch die Verzierung scheint.
das soll ein Delfin sein

Dann ist auch schon Zeit für Kinder ins Bett bringen. Das Frühlingskind kämpft sich durch die 10 min selbst Vorlesen. Dann lese ich noch ein bisschen vor. Weil E noch immer einen Arsch voll Arbeit hat, muss das Frühlingskind sich selbst beschäftigen. Es darf sich die Pokémon aussuchen, die auf die Laterne kommen, nachdem die vom letzten Jahr dem Regen zum Opfer viel. Leider lasse ich das Kind nicht mehr die Schablonen ausschneiden, weil spät. Also noch ein kleines Drama. Es sieht aber selbst das Dilemma zwischen “am Morgen rechtzeitig in die Schule kommen” und “Ich will aber jetzt noch basteln”