Genäht in 2020 Teil 1

Ungefähr das ganze Jahr hatte ich mir überlegt, dass ich doch eigentlich sinnigerweise meine genähten Werke hier doch zeigen sollte. So vielleicht jeden Monat oder so. Wie viele meiner Blogposts (und überhaupt Nachrichten, Tweets etc.) bestand das meistens nur in meinem Kopf aber nicht tatsächlich im Blog.

Aber ich habe mich dann letztens doch mal hingesetzt und mit Hilfe meiner Bilder – ich mache meistens dann doch schnell ein Bild, wenn es fertig ist – geschaut, was ich dieses Jahr so produziert habe. Fand ich dann nicht schlecht. Wurde gleich durch einen Bored-Panda-Beitrag gedämpft, in dem berichtet wurde, wie jemand in diesem Jahr über 100 Kleider designt und genäht hatte.

Aber ich musste mich daran erinnern, dass
– ich sowieso nicht Kleider designe
– meine Energie nicht gleichzusetzen ist mit der von anderen
– ich in diesem Jahr ja auch Kinder zu Hause betreuen/beschulen musste
– ich ja auch sowas wie einen Haushalt habe, den ich überwiegend mache
– mir nicht wirklich die Resourcen zur Verfügung stehen einfach mal so Kleider zu machen, die ich eh nicht trage (zugegebenermassen scheint die Designerin oben selbst Fotografin zu sein und die Kleider für Fotos zu nutzen oder sie zu verkaufen). Aber mal schnell 4 m Stoff kaufen ist hier schon gleich ein ziemlicher Batzen.
– ich dieses Jahr ja auch ein Studium angefangen habe
– ich noch andere Hobbies habe
– etc.

Dazu wurde unter dem Facebookpost geschrieben, dass die Sachen, die ich mache, ja auch für die Wünsche und Ansprüche meiner Familie und mir sind, Wir können öfter nicht das was wir haben wollen, direkt im Laden kaufen. Sei es die Unterwäsche für einen trans Jungen, Hosen für laaange Beine, T-Shirts für ein schmales Mädchen etc.

Also gibt es hier einen Jahresblick zu den genähten Sachen

Januar:
einer der Gründe für das nicht-Tracken war vielleicht auch, dass ich im Januar gerade mal ein Teil fertig gemacht habe. Eine Mottis Jeans mit Wunschflicken, die ich prompt zu hoch platziert habe. Das Kind störte es nicht. Ich habe dazu auch noch eine alte Jeans geupcyclet. (1 Teil)

Februar
Der Februar war schon aktiver. Noch war Corona nur eine Angst von Erika, dass das hier zum Thema werden könnte. Fasnacht stand vor der Tür. Die Kinder wollten sich als Drache und Hirsch verkleiden. Dazwischen hat sich aus versehen eine leichte Jerseyhose gedrängt, die ich in der falschen Grösse zugeschnitten habe. Für mich selbst habe ich sehr spontan ein Röckli in Regenbogenfarben aus Viskosejersey gemacht.
Die Oberteile von den Kindern sind Schmalhans, die Hosen Kinderhose von Näähglück. Beim Drachen habe ich da ein bisschen getrickst und Drachenzacken, Schwanz und Flügel eingebastelt.
Und weil ich grade so gut dabei war, habe ich mich spontan zu einem Probenähen gemeldet. Sprich jemand hat einen neues Schnittmuster erstellt. Um zu sehen ob die Grössenanpassung etc. alles stimmt dürfen verschiedene Personen mit verschiedenen Körpern den Schnitt nähen und rummäkeln (und sich freuen) und Bilder für Beispiele für potentielle Kund_innen liefern. Im Februar sind dann also noch zwei Shirts für mich entstanden, Mein Schrank hat aufgrund von Shoppingabneigung da meistens einen Mangel. (8 Teile)

März
Im März ging es nicht nur in den Lockdown, sondern auch weiter mit dem Probenähen. Es sind noch zwei Shirts “Lona” entstanden. Und aus den Resten noch zwei Shirts für das Herbstkind, das so mit mir im Partnerlook rumlaufen kann. Endlich konnte ich auch ein Kind (das Herbstkind) davon überzeugen sich ein Drachenshirt nähen zu lassen. Der Stoff lag etwas länger hier und hatte irgendwie bei keinem Kind Begeisterungsstürme ausgelöst. Jetzt ist es eines der meistgetragenen Shirts. Dann war erstmal nicht viel mit Nähen, weil ja, Kinderbetreuung, Virus, Homeoffice. Oh ne Maske habe ich dann glaube ich auch genäht. War hier in der Schweiz aber nicht verpflichtet und während in DE alle am Masken nähen waren habe ich das nicht getan. (5 Teile)


April
Wir waren zu Hause, Das Wetter wurde wärmer, die Sommerkleidung der Kinder vom letzten Jahr zu klein, die Unterwäsche vom Frühlingskind fing an sich aufzulösen. Und viel zu Hause rumhängen rief nach bequemen Hosen. Es gab also einen Satz Unterwäsche für das Frühlingskind, je einmal Wendepailletten, ein mal Geschwistershirts mit Zebras (eigentlich wollte ich eins davon für mich haben… jetzt ist es vom Frühlingskind…) zwei mal eine Flotte Beinfreiheit, noch ein Shirt für’s Frühlingskind. Dazu fing im WA-Chat der Nähenden im Forum ein etwas grösseres Projekt an, zu dem ich später noch kommen werde. (9 Teile)


Mai
Im Mai habe ich dann tatsächlich auch mit dem Monsterprojekt angefangen. Von unten weg. E. brauchte eigentlich eh ein Unterkleid für das GroMi-Kleid. Dafür war also auch schon Leinen da. Die Chemise, die unter die geplante Robe d’ Anglaise kommt, geht natürlich auch für etwa Mittelalter. Als ich dafür Stoff gefunden habe, habe ich auch was hübsches Blaues für mich gekauft und daraus ein schlichtes Kleidchen gemacht. Für das Frühlingskind gab es einen Schlafanzug mit Superfuchsmotiv. Ja er hat Taschen, kann ja sein, dass das nicht nur als Schlafanzug dient. Für E. gab es dann auch eine Beinfreiheit. Ich hatte zu wenig Stoff um noch passende Taschen zu machen, also musste das warten bis ich etwas dafür hatte (und auch das war nicht genau richtig) echt super schwer online die richtige Farbe zu finden. (5 Teile)


Juni
Den ganzen Juni über habe ich nichts genäht. Meine Maschine hat rumgezickt und ich habe sie in die Wartung geschickt. Wobei – ich habe probiert auf meiner alten Maschine etwas zu nähen. Die Hose ist aber so hässlich geworden, dass ich sie nicht mal fertig gesäumt habe, nicht mal fotografiert habe und nur für YT-Sport nutze. (1 Teil).

Ich mach noch nen zweiten Teil. Im ersten Halbjahr habe ich also 29 Teile gemacht – mit Setteilen einzeln gerechnet.