genäht: ein Mantel für mich – Teil 2

Es geht weiter mit meinem Mantel. Nachdem ich alles soweit vorbereitet hatte (siehe Teil 1) ging es an den Hauptteil oder auch die Aussenseite des Mantels.

Dafür musste ich erstmal den Boden sauber machen, denn auch wenn mein Näh-/Zuschneide-/Basteltisch ziemlich gross ist, bei so vielen langen Teilen muss ich auf den Boden ausweichen.

langer Dunkelblauer Stoff auf einem Holboden liegend. Auf dem Stoff sind verschiedene Schnittteile verteilt.
viele Schnittteile

Ich musste mich natürlich beeilen, denn es war nicht so tolles Wetter und die Katzen waren draussen. Ausserdem wollte ich den Stoff auch nicht zu lange da liegen lassen, denn die Stelle ist mitten im Weg. Bei der Aufteilung bin ich etwas von der Vorgabe abgewichen und habe nur die hintere Mitte an der Taille getrennt, da dieser Teil sonst nicht im Bruch zugeschnitten werden konnte. Da sollte ausserdem auch noch die Zierschnalle hin und die Naht wird da nicht auffallen.

Natürlich war ich nicht schnell genug und mir ist eine Katze mit Matschpfoten über den Stoff gelaufen. Und die andere fand das auch toll, sich dazu zu setzen um sich zu kratzen und Haare zu verteilen.

Eine Schwarze Katze, die sich kratzt (unscharf) auf einem Stück dunkelblauen Stoff auf dem Schnittmusterteile verteilt sind.
natürlich hilft die Katze

Als dann alles ausgeschnitten war, musste ich feststellen, dass das Paspelband den wichtigsten Teil nicht hatte. Es fehlte die Kordel. Weil ich aber keine Lust hatte, da jetzt rumzumeckern habe ich vorhandenes Material aka Kerzendocht genommen um meine Paspeln zu füllen. Da sie elastisch sind (was ich nicht erwartet hatte) konnte ich das mit einer Nadel durchziehen.

Blauer Stoff auf dem ein Paspelband liegt. Daneben auch weisse Kordel
unnötige Zwischenschritte

Bei einer Nahtzugabe von 1,5 cm war der schmale Rand vom Paspelband eine Herausforderung. Natürlich ging das auch nicht aufs erste Mal, sondern musste ich ein paarmal nachsetzen.

Blauer Stoff unter einer nicht ganz sichbaren Nähmaschine. Die Sonne scheint auf den Stoff. Der Stoff wird mit bunten Klammern zusammengehalten, die auch neben der Nähmaschine in der Sonne liegen.
gut geklammert ist halb genäht

Dann ging es an den Riegel am Rücken. Der musste ja mit den Paspeln zusammen in die Naht rein. Gab also bis zu 7 Lagen Stoff, klar, dass da auch eine (oder drei) Nadel gebrochen ist. Die Schnalle da rein zu bringen war dann recht anstrengend, weil Softshell echt dick ist.

Rückseite eines Mantels ohne Ärmel. Zwei Nähte sind mit Paspeln verziert. An der Taille ist ein Riegel mit schwarzer Schnalle angebracht.
Rückseite

Mein Forum, das den ganzen Prozess direkt sehen durfte – und über fehlende Katzen meckerte – wollte auch die Vorderseite sehen. Also gibt es davon auch ein Bild:

Eine Schneiderpuppe mit einem dunkelblauen Mantel ohne Ärmel darauf vor einem Bücherregal. Zwei Nähte sind mit Paspelband verziert. Eine blaue grosse Klammer hält den Mantel zu.
Vorderseite

Als nächstes waren die Taschen dran. Die gehen durch die Seitennähte, die daher ohne Paspeln sind. Abgesetzt werden sie mit dem reflektierenden Stoff.

Ein Taschendetail aus reflektierendem Stoff auf dem Nähtisch
Taschendetail

Die Katze hatte in der zwischenzeit ihr Auge entfernt bekommen. Das hat sie nicht davon abgehalten helfen zu wollen.

eine grau getigerte Katze mit einer Halskrause zum vermeiden von kratzen an der Naht sitzt auf einem halbfertigen blauen Mantel an dem Taschenteile mit Stecknadeln fixiert sind. Der Mantel liegt auf einem Tisch mit Schneidematte auf dem weitere Nähuntensilien zu sehen sind.
fleissiges Helferlein

Ich fluchte mich durch die Taschen. Geholfen hat mir da noch einmal das doppelseitige Klebeband. Nadeln sind da auch wieder bei drauf gegangen. Und wie ich schon geahnt und befürchtet hatte, sind die Taschen nicht perfekt, aber es fällt kaum auf.

Ein dunkelblauer Mantel ohne Ärmel auf einer Schneiderpuppe neben einem Bücherregal. Im Hintergrund ist Chaos. Der Mantel hat eine Tasche deren oberer Rand aus einem breiten Stück reflektierenden Stoff besteht.
Hurra, Taschen sind drin.

Dann ging es dem Mantel an den Kragen. Hier kam der reflektierende Stoff zum Einsatz, den ich zuerst vorbereitet hatte. Auch der innere Beleg, der bei geöffneten oberen Knopf zu sehen sein wird, ist aus dem reflektierenden Stoff.

Ein dunkelblauer Mantel ohne Ärmel auf einer Schneiderpuppe. Kragen und Mantelaufschlag sind aus reflektierenden Stoff mit schwarzen Stricheln.
Kragen und Mantelaufschlag sind fertig

Danach kam die Stecknadelarmee zum Einsatz. Die Ärmel haben auch noch Paspelbänder bekommen und mussten nun in den Mantel eingesetzt werden. Diesmal ging das erstaunlich gut.

Ein Stück blauer flauschiger Stoff. An der Kante sind dicht an dicht Stecknadeln gesteckt. Im Hintergrund ein Tisch mit weiteren Nähutensilien
Stecknadel galore

Und dann war der erste Ärmel drin. Kurz nachgucken ob die Länge so passt.

ein unscharfes Spiegelselfie in dem ich den Mantel trage. Ich halte eine Hand in der TAsche. Der andere Arm, der das Handy hält, ist ärmellos.
Ärmelcheck

Noch den zweiten Ärmel mit Hilfe der Stecknadelarmee eingesetzt und den Mantelaufschlag und Kragen noch abgesteppt.

Blauer Mantel auf Schneiderbüste vor einer Wand mit Bildern. Der Mantel hat nun Ärmel, die am Rand unten auch reflektierenden Stoff haben. Der Kragen und Mantelaufschlag sind mit einer dunklen Naht abgesteppt.
yay

Und damit war der Mantel zumindest äusserlich fertig. Im nächsten Teil zeige ich dann die Innenseite und restliche Fertigstellung.