hm – mehr bloggen

Disclaimer: da ich ja jetzt mehr bloggen möchte, werde ich jetzt vermutlich auch Themen ansprechen, die ich vorher nicht angesprochen habe. Bitte haltet im Hinterkopf, dass ich a) nicht immer alles wissen kann, b) versuchen möchte mich kurz zu fassen. Dadurch kann es sein, dass manche Themen nur einen Teilaspekt abdecken und das Grosse Ganze eventuell ausser acht gelassen wird. Dazu kommt, dass ich zu manchen Themen eventuell nur meine Gedanken dazu schreibe aber meine Meinung dazu nicht in Stein gemeisselt ist (weil siehe a)) .

 

Im Lieblingsforum tauchen manchmal eben solche Themen auf. In diesem Fall ging es um Mutter/Vater/Kind. Da lasse ich dort gerne mal die Finger davon, weil ich da gerne emotional reagiere wo rationell und fundiert erfordert wird. Aber dies ist mein Blog und hier darf ich hoffentlich schon mal emotional reagieren.

Die Frage die aufkam war: “ist es tatsächlich ein Männlein/Weiblein Phänomen, dass Frauen schneller auf Baby- oder Kindergeschrei reagieren oder ist das konditioniert”

Julie und ich waren jeweils der Meinung, dass das konditioniert ist und unsere Männer beide jeweils auch reagieren würden. Eine Userin die derzeit Medizin studiert konnte das mehr oder weniger bestätigen.

Es gibt Untersuchungen dazu, dass das bessere Hören auf hohen Frequenzen bei Frauen konditioniert ist und überwiegend nur bei Frauen sowie generell bei Personen (auch Männern) auftritt, die ein Kind haben. Das ist im Prinzip diese “selektive Aufmerksamkeit”: bevor Dinge ins Großhirn gelangen, wo sie uns bewusst werden, werden die Informationen im Thalamus ausgefiltert und in wichtige (weiterleitungswürdige) und unwichtige getrennt. Wenn man jetzt gelernt hat, bei Babygeschrei möglichst schnell wachzuwerden, weil das ein für einen wichtiger Reiz ist (Baby hat Hunger, ist in Gefahr ect.) wird das selektiv eher weitergeleitet als z.B. eine zufallende Tür o.ä. Als wir im Physiologiepraktikum unser Gehör vermessen haben, hatten die meisten meiner Kommilitoninnen auch diese Hörspitze bei hohen Frequenzen nicht (ich war da sogar besonders schlecht ), sondern nur die Kommilitoninnen und z.T. auch Komilitonen, die Kinder hatten.

Fand ich recht spannend und hat uns ja mehr oder weniger bestätigt.

Als die Fragerin daraufhin behauptete sie würde ihren Mann entprechend mal darauf aufmerksam machen, dass er ja ruhig auch mal wach werden könnte kam folgende Aussage:

Wenn du diejenige bist, die zu Hause beim Kind ist, und dein Mann normal arbeitet, finde ich es völlig legitim, dass er nicht aufwacht, sondern weiterschläft (und bevor die Keule kommt – das würde auch im umgekehrten Fall gelten).

Und ich wollte mit der Keule kommen, aber hab es gelassen. Der Thread ist inzwischen weiter gewandert, aber das Thema ist bei mir hängen geblieben.

Diese Aussage zeigt für mich eine Geisteshaltung, die mich nicht mehr wundern lässt, warum es in Deutschland nötig ist, dass die KiTa Mitarbeiterinnen streiken.

Für mich klingt das nach: “nur derjenige der ausser Haus arbeitet, hat das Recht auf Schlaf” und “zu Hause auf Kind(er) aufpassen ist keine Arbeit” (und weil es keine Arbeit ist, braucht es ja auch nicht entlohnt werden, deswegen brauchen auch Leute, die in der KiTa arbeiten dafür keinen Lohn erhalten)

Letztendlich finde ich, dass jeder das für sich entscheiden sollte, wie man das untereinander hält. So hat meine Schwester (die ausser Haus arbeitet) mit ihrem (daheimbleibenden, sich um die Kinder kümmernden) Mann den Deal: “wenn sie zuhause ist, dann braucht er sich nicht kümmern”. Letztendlich kümmert er sich dann doch mit. Bei uns gibt es keinen solchen Deal, aber ich bin jeweils froh, wenn ich nicht alleine mit den Kindern bin und auch Scotty dann guckt (was er auch macht)

Und ich finde, dass Kinder behüten sehr wohl Arbeit ist. Meistens macht die kinderbetreuende Person ja auch den Grossteil des Haushalts (und der wird mit jedem Kind erstmal eher mehr als weniger) und manches Kind lässt nichteinmal das zu, weil es sich nicht weglegen lässt, weil es nur schreit, weil es eben nicht schläft, oder keinen Mittagsschlaf braucht. Und dann sind wir wieder beim Einzelfall.

Und mancher ausser Haus mit Lohn Job ist um einiges entspannter als Kinderhüten und Haushalt. Nur weil man die Zeit nicht zu Hause verbringt heisst es nicht, dass es schwerer, anstrengender oder wichtiger ist, als die Arbeit die zu Hause erledigt wird. Es ist nur in dem Sinne wichtiger, weil dieser Job dann die Existenzgrundlage für die Familie ist. Aber ob man deswegen grundsätzlich mehr Recht auf Schlaf hat?

Wie halten es denn die Eltern unter meinen Lesern? Ist das nächtliche Kümmern nur Sache der Hauptbetreuungsperson? Macht ihr gemeinsame Sache? Habt ihr beide die Konditionierung auf die höheren Frequenzen oder hört nur eine/r die Mäuse husten? Und die Nichteltern rein hypothetisch?

 

*hust* soweit zum Thema ich fasse mich kurz.